Lohnfortzahlungsmissbrauch: Angeblich schwerkranker Mann geht einer Schwarzarbeit nach

Vor einiger Zeit kontaktierte uns der Betreiber einer mittelständischen Tischlerei und erzählte uns von seinem Verdacht, dass ein Angestellter einer Schwarzarbeit nachgeht, während er eigentlich krankgeschrieben ist. Der Tischlermeister erzählte uns, dass der junge Mann, der seit zwei Jahren fest in dem Betrieb angestellt ist, aufgrund eines attestierten akuten Rückenleidens und anderer angeblicher Erkrankungen seit mehr als zwei Monaten der Arbeit fernblieb und dadurch immer wieder erneut die Entgeltfortzahlung in Anspruch nähme.

 

Um seinem Verdacht eine Gestalt zu geben, beschrieb der Mann, dass der Angestellte von mehreren seiner Kollegen in sehr gesundem und munterem Zustand gesehen wurde, was nur einen Rückschluss zulässt – der Arbeitnehmer beging Lohnfortzahlungsmissbrauch. Der Mann beauftragte uns damit, Beweise dafür zu sammeln, dass sein Arbeitnehmer mit der Vorgabe, krank zu sein, lüge.

 

Unsere Detektive begannen mit der Observation und mussten nicht lange auf erste Beweise warten. Bereits am ersten Tag konnten sie den Angestellten dabei beobachten und beweiskräftig protokollieren, wie er zügig und eindeutig schmerzfrei seine vielen Einkäufe aus dem Auto lud und in seine Wohnung trug, die in der zweiten Etage lag und zu der kein Fahrstuhl führte. Am Abend desselben Tages verbrachte der krankgeschriebene Angestellte drei Stunden in einer Bar, wobei er die meiste Zeit Billard mit Freuden spielte – vergnügt und wieder offenbar vollkommen schmerzfrei.

 

Zwei Tage später konnten unsere Mitarbeiter eine weitere entscheidende Entdeckung machen. Der angebliche Kranke ging einer in mehreren Fällen unrechtmäßigen Nebenarbeit nach. An drei bis vier Abenden in der Woche konnten die Detektive den Mann dabei beobachten, wie er einer Kellnertätigkeit in einer Bar nachging. Zu den Tätigkeiten des Mannes während der Arbeitszeit gehörten unter anderem das Heben und Bewegen von vollen Bierfässern und stundenlanges Stehen. Zudem konnten unsere Mitarbeiter feststellen, dass der krankgeschriebene Arbeitnehmer nach Abschluss eines jeden Arbeitstages eine Geldsumme in bar vom Betreiber der Lokalität erhielt.

 

Auch konnte festgestellt werden, dass der Angestellte zu keiner Zeit an einer Therapie teilnahm, die zur Heilung und Linderung des angegebenen Rückenleidens unerlässlich gewesen wäre. Auch suchte der angeblich kranke Mann nie einen Arzt auf oder kaufte Schmerzmittel in der Apotheke. Zudem besuchte der Mann in regelmäßigen Abständen ein Fitnessstudio und absolvierte ein anspruchsvolles und intensives Fitnessprogramm.

 

Nach Beendigung der Observation konnten wir dem Auftraggeber eine Vielzahl gerichtsverwertbarer Beweise und Dokumentationen vorlegen. Mit der Hilfe unserer kompetenten und erfahrenen Mitarbeiter konnte der Tischlermeister beweisen, dass sein Angestellter einer unerlaubten Arbeitstätigkeit nachgeht, eine Erkrankung vortäuscht und zu Unrecht Lohn erhält. Daraufhin erstattete er eine Anzeige wegen Lohnfortzahlungsbetrug und Schwarzarbeit.