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Wirtschaftskriminalität – was dazu zählt, und was sie anrichtet

Als Wirtschafskriminalität werden Straftaten bezeichnet, die in Unternehmen oder an Unternehmen begangen werden. Der Schaden, der aufgrund von Wirtschaftskriminalität entsteht, ist enorm – im Jahr 2010 waren es etwa 320 Millionen Euro.

Es gibt eine große Dunkelziffer

Die Dunkelziffer ist hierbei jedoch groß, da längst nicht alle Straftaten entdeckt und erfasst werden. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen weil es sich nicht um einzelne Straftaten handelt, sondern um ein komplexes Kriminalitätsfeld. Bei statistischer Erfassung bereitet dieser Umstand große Schwierigkeiten. Paragraf 74c des Gerichtsverfassungsgesetzes benennt Sachverhalte, die als Wirtschaftskriminalität eingestuft werden, doch bei bestimmten Straftaten, wie Betrug und Untreue, können die Auslegungen durchaus unterschiedlich ausfallen.

Zum anderen haben manche Wirtschaftsstraftaten keine bestimmten Opfer, sondern richten sich gegen die Allgemeinheit. Dies ist zum Beispiel bei der Steuerhinterziehung der Fall, bei Subventionsbetrug, Versicherungsbetrug oder Kartellbildungen. Meistens sind die Mitwisser gleichzeitig auch Mittäter und es fehlt dementsprechend an der Erstattung von Anzeigen.

Arten von Wirtschaftskriminalität

Es gibt eine Vielzahl von Delikten und Straftaten, die zum Bereich der Wirtschaftskriminalität zählen. Nachfolgend werden die häufigsten Arten vorgestellt, um einen Einblick und groben Überblick zu verschaffen.

• Betrug: Zu diesem Bereich gehören Vergehen wie Versicherungsbetrug, Betrug von Kunden und Steuerbetrug.
• Diebstahl/Unterschlagung: Dazu gehören Diebstähle von Arbeitswerkzeug, Waren oder Kapital.
• Elektronische Kriminalität: Dazu zählen das Stehlen von Informationen, die sich auf Computern befinden, und das Einschleusen von Virusprogrammen und Schadsoftware.
• Verletzung von Betriebsgeheimnissen: Davon spricht man, wenn es um die Weitergabe von Betriebsinterna und Informationen zu Produktentwicklungen oder um die Weitergabe von Fachwissen geht.
• Bestechung: Bestechung kommt zum Beispiel bei Vergaben von Bauaufträgen oder allgemein bei Auftragsvergaben vor. Auch um an betriebsinternes Wissen heranzukommen oder wenn Stillschweigen über bestimmte Vorgänge gewahrt werden soll, wird mit Bestechungsgeldern gearbeitet.
• Fälschung von Jahresabschlüssen: Dies geschieht in der Regel, um entweder eine Insolvenz zu verschleiern oder um weniger Steuern zahlen zu müssen.
• Verletzung von Urheberrechten: Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Produkt oder eine Technik kopiert und unter eigenem Namen vertrieben wird.

Nicht die Augen verschließen

Die Zahl der Straftaten im wirtschaftlichen Bereich steigt jedes Jahr und die Kreativität der Straftäter kennt keine Grenzen. Der einzige Weg, um dem Fortschreiten Einhalt zu gebieten, ist, stets wachsam zu sein und Verdachtsmomente nicht als Lappalie abzutun. Im Zweifelsfall dem Verdacht nachzugehen und falsch zu liegen ist nicht so schlimm, wie einem begründeten Verdacht nicht nachzugehen.

Vermisstensuche: Verschwundene Frau führt ein Doppelleben

Jährlich werden in Deutschland etwa 100.000 Menschen als vermisst gemeldet. Viele von ihnen tauchen wieder auf, doch manche bleiben verschwunden. Für die Justiz gilt ein erwachsener Mensch erst dann als vermisst, wenn Gefahr für diesen angenommen werden muss. Und selbst wenn die Polizei tätig wird und die vermisste Person findet, wird es dieser Person freigestellt, ob sie unauffindbar bleiben möchte. In solchen Fällen ist Detektivarbeit meistens die letzte Hoffnung für die Angehörigen, um Gewissheit über den Verbleib der vermissten Person zu bekommen.

Ein junger Mann meldete sich in unserer Detektei und erzählte, dass seine Freundin seit mehr als einer Woche verschwunden war und die Polizei ihm nicht weiterhelfen konnte. Er beschrieb die junge Frau als zuverlässig und gab an, dass sie zuvor nie länger als eine Nacht abwesend war und sich stets gemeldet hatte.

Umgehend begannen wir mit der Suche. Wir beobachteten die Wohnung der Frau, so wie ihren Arbeitsplatz rund um die Uhr. Zudem betrieben wir Nachforschungen im persönlichen Umfeld der Vermissten. Nach und nach konnten die Detektive einiges über die Frau herausfinden, das selbst ihrem Partner unbekannt war. Durch ihre umfassende und gründliche Recherche fanden unsere Mitarbeiter heraus, dass die junge Dame seit einiger Zeit einer lukrativen, heimlichen Beschäftigung nachging. Sie arbeitete bereits seit einigen Monaten für einen Escort-Service und traf sich gegen Bezahlung regelmäßig mit wohlhabenden Geschäftsmännern zum Abendessen oder zu Besuchen in der Oper.

Daraufhin dehnten unsere Mitarbeiter ihre Suche aus und informierten sich über die „Einsatzorte“ des Escort-Service. Einige Tage darauf gelang es den Detektiven, die junge Dame ausfindig zu machen. Sie fanden den Wagen der Frau vor einem Nobel-Restaurant. Jedoch stieg nicht die Vermisste, sondern ein älterer Mann in den Wagen und fuhr davon. Der Mann verschwand anschließend in einem Hotel am Rande der Stadt.

Am nächsten Morgen verließ der Mann das Hotel und fuhr zur Wohnung der jungen Frau. Er öffnete die Tür mit einem Schlüssel und kam mit zwei gepackten Koffern wieder heraus. Wieder fuhr er in das Hotel zurück. Am späten Nachmittag verließ der Mann Hand in Hand mit der Vermissten das Hotel. Das Paar fuhr zum Flughafen und stieg in ein Flugzeug.

Unsere Mitarbeiter legten dem jungen Mann die Beweise und Protokolle vor und konnten ihm endlich Gewissheit verschaffen.
– Sven Lungershausen