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Mein Partner setzt sich mit dem Kind ins Ausland ab, was tun?

Auch wenn aus einer Beziehung Kinder hervorgegangen sind, ist dies kein Garant dafür, dass die Beziehung ein Leben lang hält. Nur in seltenen Fällen gelingt es, eine Trennung so zu regeln, dass die Kinder nicht darunter leiden. Oft streiten sich die Eltern auch um das Sorgerecht für das Kind oder die Kinder. Gerade bei Paaren, bei denen die Partner aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern kommen, geschieht es immer wieder, dass ein Partner plötzlich mit den Kindern ins Ausland verschwindet – ohne dies mit dem anderen abzustimmen oder sogar gegen den ausdrücklichen Willen des anderen. Dann ist guter Rat oft teuer und schwer.

Trotz aller Bemühungen des Gesetzgebers und rechtlich eigentlich klaren Lage ist es schwierig, dann sein Recht durchzusetzen, wenn man ganz allein ist. Hier ist der Rat von Anwälten oder darauf spezialisierten Detekteien oft wertvoll. Denn Recht haben und Recht bekommen ist bei einer Kindesentführung ins Ausland ein großer Unterschied.

Gemeinsames Sorgerecht ist die Regel

Wenn man noch nicht geschieden oder getrennt ist, liegt im Regelfall nach §1626 BGB Absatz 3 Satz 1 ein gemeinsames Sorge- und Erziehungsrecht für die Kinder vor. Erst, wenn man sich streitet oder gar trennt, wird häufig einem Elternteil ein Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen. Dann dürfen Vater oder Mutter bestimmen, wo der Lebensmittelpunkt des Kindes ist. Der andere Elternteil ist damit nicht immer einverstanden und entzieht dann in Einzelfällen die Kinder in eine andere Stadt, häufig sogar ins Ausland. Dies nennt man Kindesentziehung.

Kindesentziehung auch bei gemeinsamem Sorgerecht möglich

Das Oberlandesgericht Köln hat konstatiert, dass Kindesentziehung auch bei gemeinsamem Sorgerecht möglich ist. Wenn sich beide Eltern die Kindererziehung und -sorge teilen, steht ihnen auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu gleichen Teilen zu. Damit kann eben nicht, einfach ein Teil gegen den Willen des anderen setzen.

Kindesentziehung häufig unter dem Vorwand, Urlaub zu machen
Ein Urlaub mit den Kindern oder ein Verwandtenbesuch im Ausland mit den Kindern wird dann häufig ausgenutzt, damit sich ein Elternteil mit den Kindern dort absetzt. Häufig sogar so, dass der verlassene Elternteil gar nicht weiß, wo sich die Kinder überhaupt genau aufhalten. Allenfalls ist das Land bekannt. Da nützt es auch nichts, wenn man als verlassener Elternteil einen einklagbaren Herausgabeanspruch nach § 1632 BGB (Abs. 1) gegen den anderen Elternteil hat. Gerichte haben in solchen Kindesentziehungsfällen auch bei Eltern mit gemeinsamer Sorge schon die Strafbarkeit nach §235 StGB (Kindesentziehung) bejaht. Es ist also auch strafbar, sich so zu verhalten.

Dies kümmert den Elternteil, der mit den Kindern durchgebrannt ist, aber häufig recht wenig. Es werden einfach Fakten gesetzt und sein Recht im Ausland durchzusetzen, ist häufig nicht ganz einfach und bedarf im Regelfall der Mithilfe von Experten (z.B. Rechtsanwälte, Detekteien).

Welche internationalen Abkommen helfen bei Kindesentziehung?

Einige Staaten der Welt haben miteinander Abkommen geschlossen, um wenigstens theoretisch die Grundlage dafür zu schaffen, dass die Länder sich untereinander helfen, wenn es zu solchen Fällen kommt. In der Praxis ist die Durchsetzung dann jedoch häufig sehr schwierig, was allein schon daran liegt, dass:

  • Der Partner mit den Kindern an einem unbekannten Aufenthaltsort verweilt
  • Der Partner sich im Ausland im Regelfall besser auskennt und daher gut verstecken kann
  • Der Partner ggf. in ein Land verschwindet, in dem Korruption eine größere Rolle spielt als in Deutschland und Anfragen bei Behörden unter Umständen auf dem Regelweg im Sande verlaufen

Kindes-Entführung: Drei staatliche Übereinkommen

Zur Regulierung von Kindesentziehung und Kindesentführung in ein anderes Land gibt es drei Kern-Abkommen zwischen den Staaten, in denen sich Regelungen finden, die eine Kooperation vereinfachen sollen:

  • Haager Kindesentführungsübereinkommen
  • Brüssel II a – Verordnung
  • Haager Kinderschutzübereinkommen

Haager Kindesentführungsübereinkommen

Eigentlich heißt dieses Abkommen etwas sperrig „Haager Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung“, wird aber von Juristen der Einfachheit halber im Regelfall „Haager Kindesentführungsübereinkommen“ genannt.
Kernpunkt ist eine Vorschrift, die die Vertragsstaaten verpflichten soll, eine Kindes-Rückführung innerhalb von 6 Wochen anzuordnen. Allerdings muss dazu der Antrag innerhalb eines Jahres nach Verbringen des Kindes ins Ausland gestellt werden. Ansonsten werden die Anträge häufig mit der Begründung abgelehnt, dass sich nunmehr das Kind im Ausland eingelebt habe. Wer also nicht innerhalb eines Jahres genau herausbekommt, wo sich der Ex-Partner mit den Kindern aufhält, hat oft schon schlechte Karten. Hier kann es sich lohnen, Profi-Detektive zur Ermittlung einzusetzen, um die Frist nicht zu versäumen. Über eine zentrale Behörde in Deutschland werden solche Rückführungsverlangen gestellt.

Hat das Kind seinen „gewöhnlichen Aufenthalt“ in einem Vertragsstaat des Übereinkommens, so ist es (theoretisch) sofort zurückzuführen. Dafür kann allerdings eine „Widerrechtlichkeitsbescheinigung“ von einem Amtsgericht des gewöhnlichen Aufenthaltsort verlangt werden.

Allerdings sind nur 100 Staaten dieser Welt dem Übereinkommen beigetreten, aktuell (8.2020) sind die folgenden Länder beigetreten:

  • Albanien, Andorra, Argentinien, Armenien, Australien
  • Bahamas, Belarus, Belgien, Belize, Bolivien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, Burkina Faso
  • Chile, Costa Rica
  • Dänemark (nicht aber: Färöer und Grönland), Deutschland, Dominikanische Republik
  • Ecuador, El Salvador, Estland
  •  Fidschi, Finnland, Frankreich
  • Gabun, Georgien, Griechenland, Guatemala, Guinea, Guyana
  • Honduras, Hongkong – als Sonderverwaltungszone Chinas
  • Irak, Irland, Island, Israel, Italien
  • Jamaika, Japan
  • Kanada, Kasachstan, Kolumbien, Kroatien, Kuba
  • Lesotho, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg
  • Macau (Sonderverwaltungszone der VR China), Malta, Marokko, Mauritius, Mazedonien, Mexiko, Moldawien, Monaco, Montenegro
  • Neuseeland, Nicaragua, Niederlande (Vorbehalt: HKÜ bezieht sich nur auf das niederländische Königreich in Europa, also nicht in Übersee), Norwegen
  • Österreich
  • Pakistan, Panama, Paraguay, Peru, Philippinen, Polen, Portugal
  • Rumänien, Russland
  • San Marino, Sambia, Schweden, Schweiz, Serbien, Seychellen, Simbabwe, Singapur, Slowakei, Slowenien, Spanien, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis, Südafrika, Südkorea
  • Thailand, Trinidad & Tobago, Tschechische Republik, Tunesien, Türkei, Turkmenistan
  • Ukraine, Ungarn, Uruguay, Usbekistan
  • Venezuela, Vereinigtes Königreich (inklusiv: Bermuda, Falklandinseln, Isle of Man, Jersey, Kaimaninseln und Montserrat), Vereinigte Staaten von Amerika
  • Zypern

Wer etwa einen afrikanischen Partner hat, der das Kind nach Gambia verschleppt, wird das Land ebenso vergeblich in der Liste suchen, wie man Länder des arabischen Raums oft vergeblich sucht. Nach Dubai verschleppte Kinder dürfen sich nur wenig Hilfe von solchen Abkommen versprechen. Wenn man heiratet oder mit einem Partner zusammenzieht, checkt kaum jemand solche Abkommen, weil dann im Regelfall der Gedanke einer möglichen Kindesentziehung in weiter Ferne liegt. Kommt es dann aber soweit, wird es häufig extrem schwierig, die Kinder wieder zurück zu bekommen. Nicht wenige Verlassene kämpfen jahrelang um ihre Kinder.In vielen der Länder wird sich aber einfach schlichtweg – trotz Unterschrift unter dem Abkommen – nicht so verhalten, wie es das Übereinkommen verlangt. So haben die USA bereits mehrfach z.B. Guatemala und Costa Rica gemahnt, weil sich die Länder nicht am Abkommen orientieren.

Brüssel II a Verordnung

Innerhalb der EU ergänzt die Brüssel II a Verordnung das Haager Kindesentführungsübereinkommen und regelt, welche Gerichte innerhalb der EU und deren Mitgliedsstaaten bei Streitigkeiten um das Kindswohl und den Aufenthaltsort des Kindes zuständig sind. Die Verordnung wird auch unter EuEheVO geführt. Dänemark ist bei dieser Verordnung außen vor.

Aber auch für diese Verordnung gilt: Gedrucktes Papier ist geduldig. In der Praxis kommen zahlreiche Fälle vor, in denen Gerichte vor Ort sich nicht darum kümmern oder aber die Urteile aus einem anderen Staat nicht anerkennen. Dies führt immer wieder zu Beschwerden im Petitionsausschuss.

Recht haben und Recht bekommen sind also auch innerhalb der EU schon zweierlei Paar Schuhe und das Durchsetzen des auf dem Papier stehenden Rechts kann schon in der westlichen Welt, in der EU schwierig sein.

Die Brüssel II a Verordnung gilt schon auf dem Papier nur für die folgenden Staaten (Stand 8.2020): Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern

Haager Kinderschutzübereinkommen

Auch nur rund 50 Vertragsstaaten haben das Haager Kinderschutzübereinkommen ratifiziert, in dem es noch einmal explizit um die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen anderer Staaten geht.

Teilnehmende Staaten: Albanien, Armenien, Australien, Barbados, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Dominikanische Republik, Ecuador, Estland, Fiji, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Guyana, Honduras, Irland, Italien, Kroatien, Kuba, Lesotho, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Marokko, Monaco, Montenegro, Nicaragua, Niederlande, Norwegen, Österreich, Paraguay, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Uruguay, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Schon die USA gehören nicht zu den Unterzeichnern dieses Übereinkommens.

In Staaten ohne Abkommen: Rückholung von Kindern allein extrem schwierig

Ist es in Staaten, die ein Übereinkommen unterzeichnet haben, schon schwierig, das Kind oder die Kinder wieder zurückzubekommen, so ist es noch schwieriger, dies in Ländern zu bewerkstelligen, die erst gar nicht so ein Abkommen unterzeichnet haben.

Die Rückholung gelingt hier oft nur mit Detekteien, die vor Ort aktiv werden. Häufig muss zunächst der Aufenthaltsort des Kindes aufgespürt werden und anschließend muss formell oder informell ein Kontakt zu Behörden vor Ort aufgebaut werden. Eine Mutter oder ein Vater allein stößt hier schnell auf verschlossene Türen und ein „Wir würden ihnen gerne helfen, aber uns sind die Hände gebunden“ oder ein „Die Kinder fühlen sich hier wohl“, „Sind wir nicht für zuständig“ oder ein „Wir kennen niemandem mit dem Namen“.

Tipp: Spezialisierte Detektei einschalten – wenn Kindesentzug stattfindet

Wenn Kinder ins Ausland entführt werden und ein Kindesentzug durch einen Elternteil stattfindet, ist es im Regelfall klug, eine spezialisierte Detektei darauf anzusetzen. Gerade bei Ländern mit abweichendem Rechtssystem und anderer Kultur. Der reguläre Rechtsweg kann ansonsten Jahre dauern, auch wenn die Übereinkommen eigentlich eine schnelle Reaktion vorsehen.
Die Detektei kann auch den Aufenthaltsort des Kindes oder der Kinder ermitteln, wenn dieser nicht genau bekannt ist und eine Dokumentation der Aufenthaltsbedingungen dokumentieren, – das kann für ein späteres Gerichtsverfahren von entscheidender Bedeutung sein. Belastendes Beweismaterial ist in vielen Prozessen vonnöten. Über Kontakte zu lokalen Behörden und Interessenvertretern kann eine gute Detektei formell oder informell häufig dazu beitragen, dass eine schnelle Rückführung stattfindet.

Behörden haben manchmal wenig Zeit und Lust

Wer sich nur auf den Behördenweg verlässt, muss viel Zeit mit einkalkulieren. Gerade im Ausland vermitteln Behörden manchmal den Eindruck, dass ein solcher Vorgang eher lästig als wichtig ist und behandeln solche Angelegenheiten gelegentlich getreu der Maßgabe „Gut Ding will Weile haben“. Doch Schnelligkeit ist wichtig: Je länger die Kinder am neuen Ort leben, desto eher ist später vor Gericht mit der Argumentation zu rechnen „Jetzt haben sich die Kinder am neuen Ort schon schön eingelegt und es gefällt ihnen hier gut“.

Kinder, die länger als ein Jahr vom gewöhnlichen Aufenthaltsort entfernt wurden, müssen damit rechnen, vom anderen Staat nicht mehr unbedingt wieder zurückgeschickt zu werden. Dies sehen auch die Abkommen so vor.

Kinder erleiden häufig physisch wie psychisch einen Schaden bei solchen Kindesentziehungen, – eine schnelle Rückführung ist daher besonders wichtig. Wer dies allein nicht auf die Beine stellen kann, sollte sich unbedingt professionelle Hilfe holen. Dies wird im Regelfall nur durch eine darauf spezialisierte Detektei möglich sein. Ein Rechtsanwalt kann zwar den Behörden-Briefverkehr abwickeln und Briefe schreiben, aber wird kaum vor Ort recherchieren und tätig werden.

Wer es zunächst auf eigene Faust vor Ort im Ausland probiert, warnt ggf. auch den anderen Partner vor, der sich dann aus dem Staub macht und mit den Kindern den Aufenthaltsort wechselt.
Zunächst sollte der Fokus auf der sauberen gerichtsfesten Dokumentation durch die Detektei gelegt werden, die sich dann im Anschluss um die Rückführung kümmert – formell oder informell.

Problemfall: Kindesentführung in islamisch geprägte Länder

Wenn Väter Kindesentzug begehen und mit den Kindern in islamisch geprägte Länder reisen, wird es besonders schwierig für die verlassene Frau. In der islamischen Rechtsordnung wird die Verantwortung für die Kinder in erster Linie dem Vater zugewiesen, der meist auch allein bestimmen kann, wo sich die Kinder aufhalten und bei wem die Kinder aufwachsen. Wenn eine Mutter in einem solchen Land das Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht erstreiten will oder ein deutsches Urteil durchsetzen möchte, wird es zumeist schwierig. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Mutter nicht die Nationalität des Vaters hat und nicht Muslimin ist. Da nützt es auch nichts, wenn die Kinder deutsche Ausweise haben.
In den Fällen, wo es Müttern ausnahmsweise doch gelingt, das Sorgerecht durchzusetzen, gilt dies oft nur am neuen Wohnort des Vaters im Ausland. Die Kinder dürfen diesen Ort dann meist nur mit Genehmigung des Vaters verlassen. Spätestens beim Ausreiseversuch am Flughafen wird die Mutter im Regelfall mit den Kindern aufgehalten und läuft sogar Gefahr, dafür ins Gefängnis zu kommen oder sonst wie bestraft zu werden. Andere Länder, andere Sitten.

Hier ist die Einschaltung einer Detektei, die sich mit dem Zielland auskennt und Lösungen für die Rückführung erarbeitet, zielführend.

Kindesentziehung ist eine Straftat – auf Antrag

Wer die Kinder (Minderjährige) entzieht, begeht nach dem deutschen Strafgesetzbuch eine Straftat (§ 235 StGB), die allerdings nur auf Antrag der Person verfolgt wird, deren Elternrechte verletzt worden sind. Es sei denn, die Strafverfolgungsbehörden erkennen ein besonderes öffentliches Interesse, was im Regelfall allerdings kaum der Fall sein dürfte.

Kindesentziehung: Erfolgsquote auf dem Behördenweg recht gering

Die Erfolgsquote bei Kindesentziehungen und dem Versuch, dies auf dem offiziellen Behördenweg zu einem befriedigenden Ende zu bringen, sind sehr gering. Viele verlassene Mütter oder Väter gehen daher andere Wege und schalten Rechtsanwälte und Detekteien ein, die Vorgänge beschleunigen und ggf. auch Fakten setzen. Weil die Erfolgsaussichten so gering sind, beschreitet auch kaum ein Elternteil den steinigen und langwierigen Behördenweg, der oft erfolglos ist.

Im Jahr 2019 haben z.B. Elternteile aus Deutschland in 46 Fällen versucht, auf dem Behördenweg ihr Kind wieder aus der Türkei zurückzubekommen, wohin der andere Teil entführt hat. In nur 13 von 46 Fällen war dies – meist nach langer Zeit – erfolgreich – also eine Quote von etwas mehr als einem Viertel. In Dänemark gelang dies nur in einem von acht Fällen. Das Bundesamt für Justiz weist jedes Jahr solche Fälle in einer gesonderten Kindesentführungsstatistik aus.

Was macht eine Detektei bei Kindesentziehung anders als eine Behörde?

Bei einer Behörde sind sie als verlassener Elternteil in der Regel eine Nummer. Ein Fall von vielen. Deine Detektei macht sich ihren Fall zum eigenen Fall und tut alles, damit der gewünschte Erfolg eintritt. Kümmert sich im Zweifel vor Ort darum, zum einen Beweise zu sichern, zum anderen werden Kontakte ausgenutzt, die häufig eine schnelle Rückführung bürokratisch oder unbürokratisch ermöglichen. Natürlich kostet die Beauftragung einer Detektei Geld, niemand kann für umsonst arbeiten, aber es erhöht sich dadurch im Regelfall nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Rückführung deutlich, sondern auch die Rückführungsgeschwindigkeit. Kinder kommen so schneller wieder an den gewohnten Aufenthaltsort und können die Entziehungsperiode ggf. schnell wieder vergessen. Leben Kinder erst einmal längere Zeit am neuen Ort, tritt irgendwann u.U. der Gewöhnungseffekt ein und es könnte auch eine Entfremdung vom eigentlich sorgeberechtigten Elternteil stattfinden, der gelegentlich durch Lügengeschichten, die vom Kindesentzieher erzählt werden, unterstütz wird.

Es kommt also darauf an, die Kinder möglichst schnell wieder in die gewohnte Umgebung zurückzuführen, um bleibende Schäden bei den Kindern zu vermeiden. Je länger die Kinder beim entführenden Elternteil verbleiben, desto schwieriger wird eine Rückführung.

Der frühe Vogel fängt den Wurm – auch bei der Rückführung von Kindern

Wer also so schnell wie möglich nach einer Kindesentziehung Maßnahmen ergreift, die Kindesentziehung zu beenden, handelt vernünftig und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die geschaffenen Fakten schnell wieder rückgängig gemacht werden können. Der Behördenweg ist allerdings häufig nicht die geeignetste Methode, schnelle Ergebnisse zu erzielen. Man kann ihn einschlagen, wenn man seine Kinder eventuell irgendwann zurückhaben möchte. Wer seine Kinder unbedingt und schnell wieder zurückhaben möchte, muss Eigeninitiative an den Tag legen.
Dazu reicht es im Regelfall nicht aus, an den neuen Aufenthaltsort der Kinder zu fahren und dort die Polizei aufzusuchen. Dort nimmt man solche Besuche häufig nicht ernst oder geht ihnen nicht mit den notwendigen ernst nach. Dies gilt besonders dann, wenn Mütter versuchen, in patriarchalisch geprägten Ländern ihr Recht durchzusetzen. Das sorgt dort bestenfalls für Heiterkeit.

Was sollte man bei Kindesentzug machen – wie handelt man richtig?

Wenn man von Kindesentzug betroffen ist, tritt eine Situation ein, die für alle Beteiligten extrem belastend ist: Sowohl für den Elternteil, der auf einmal seine Kinder verliert, wie auch für die Kinder, die plötzlich aus dem gewohnten Umfeld gerissen werden, aber auch für den entführenden Elternteil, der unter Stress steht, weil er meist nicht entdeckt werden will oder aber in der Angst lebt, die Kinder doch wieder abgeben zu müssen.

Ist man von Kindesentzug betroffen, empfiehlt sich folgende Reihenfolge:

  1. Sofern noch möglich: Nachvollziehbare Aufforderung an den entziehenden Elternteil, die Kinder sofort wieder zurückzuführen
  2.  Gang zur Polizei: Erstattung von Strafanzeige gegen den entziehenden Partner
  3. Wenn Aufenthaltsort unbekannt und/oder zeitnahe Rückführung unwahrscheinlich: Einschaltung Detektei zur Ermittlung Aufenthaltsort und Erstellung gerichtsfester Dokumentation des Entzugs und der Aufenthaltsbedingungen
  4. Besorgung Bestätigung beim Amtsgericht, dass gewöhnlicher Aufenthaltsort und Aufenthaltsbestimmungsrecht bei einem selbst liegt – ggf. mit Rechtsanwalt

Wichtig ist unverzügliches Handeln. Das bloße Anstoßen eines offiziellen Rechtsweges führt ansonsten nur zu quälend langen Amtswegen und gerichtlichen Abläufen.

Allein bis zu einer Beantwortung von Anfragen im Ausland können ansonsten oft Monate vergehen, wenn die Anfrage überhaupt beantwortet wird. Hier hat es sich als förderlich empfohlen, selbst aktiv zu werden und Prozesse zu beschleunigen, indem man vor Ort ermitteln lässt und ggf. mit Detektiven Druck auf zuständige Behörden vor Ort aufbauen lässt. Manchmal lassen sich auch auf informellem Weg Vorgänge beschleunigen.

Gibt es für Kindesentzug im Vorfeld Anzeichen?

Die beste Strategie gegen Kindesentzug ist es natürlich, wenn man es gar nicht erst soweit kommen lässt. Wer präventiv Maßnahmen trifft, kann zum Teil davor schützen. Oftmals machen Täter im Vorfeld schon Andeutungen oder drohen damit, um die Reaktion zu testen oder die eigene (angebliche) Macht zu demonstrieren.

  • Hören Sie genau hin, was der Partner von sich gibt. Meist avisiert er den Entzug vorher oder lotet aus, wie man reagieren würde. Dann sollten alle Alarmglocken angehen.
  • Papiere der Kinder vor Zugriff sichern: Ausweise, Pässe, Geburtsurkunden der Kinder sollten vor dem Zugriff des vermutlichen Kindesentziehers gesichert werden. Dies erschwert zumindest den Abzug ins Ausland
  • Gibt es Streit mit dem Partner und dieser droht, die Kinder ins Ausland zu verbringen, sollte bei Gericht das alleinige Sorgerecht beantragt werden
  • Geben Sie eine Information an Kindergarten und Schule, dass die Kinder ggf. unter allen Umständen nur an SIE oder bestimmte Personen übergeben werden dürfen
  • Sind die Kinder schon alt genug: sprechen sie mit den Kindern darüber
  • Droht die Ausreise in ein bestimmtes Land, sollte die Botschaft dieses Landes vorab informiert werden, damit der ausreisewillige Partner mit den Kindern beim Grenzübertritt aufgehalten werden kann – sofern es zu einer Kontrolle kommt
  • Gibt es Streit zwischen den Partnern und einer schlägt plötzlich und in Abweichung zum in der Vergangenheit gelebten vor, dass ein Partner mal allein mit den Kindern Urlaub macht?

Was geht der Kindesentziehung meist voraus?

Wertet man die Urteilsdatenbanken zu Strafprozessen bezüglich Kindesentführung durch einen Elternteil aus, kommt man zu dem Schluss, dass in allen Fällen dem Kindesentzug eine Scheidung, eine Trennung oder mindestens deutliche Beziehungsprobleme vorausgingen.

Meist will dann ein Partner die Kinder ganz für sich haben und versucht, in einem egozentrischen Akt, die Kinder ganz für sich zu vereinnahmen und den Kontakt der Kinder zu dem anderen Elternteil ganz zu unterbinden.

Im Regelfall werden die Kinder auch gegen einen Elternteil aufgehetzt, meist unter Anwendung von Lügen.

Typischerweise sind die Eltern bereits getrennt, wenn es zum Kindesentzug kommt. In einigen Fällen findet dies jedoch auch parallel statt.

Binationale Familien besonders gefährdet

Eltern mit unterschiedlichen Nationalitäten sind von Kindesentführung besonders gefährdet. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn in den unterschiedlichen Ländern auch unterschiedliche Kulturelle Auffassungen zur „richtigen“ Führung einer Ehe und der Kinderbetreuung vorliegen.

Wohin werden die meisten Kinder entführt?

Offizielle Statistiken über Kindesentzug sind traditionell schwierig zu erhalten, da viele Elternteile wegen der Aussichtslosigkeit und des langwierigen Verfahrens nicht den Amtsweg einschlagen, sondern mit eigenen Mitteln an der Rückführung der Kinder arbeiten, was häufig schneller und effektiver ist.

Aber auch die Zahlen aus dem eingeschlagenen Amtsweg sind aufschlussreich:

Für 2017 hat das Bundesjustizministerium beispielsweise mitgeteilt:

  • Anzahl internationaler Nachfragen nach Haager Kindesentführungsübereinkommen: 186 Fälle
    Diese betrafen die folgenden Länder:

    • 1. Türkei: 38 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 2. Polen: 25 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 3. Frankreich: 13 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 4. Großbritannien: 13 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 5. Russland: 12 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 6. Österreich: 11 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 7. Italien: 11 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 8. USA: 9 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 9. Spanien: 9 deutsche Anträge auf Rückführung
    • 10. Portugal: 8 deutsche Anträge auf Rückführung

Deutschland auf Platz 3 bei Kindesentführungen

Die Haager Konferenz hatte zuletzt 2008 erfassen lassen, aus welchen Staaten die meisten Kinder entführt wurden, – dies umfasst allerdings nur die Vorgänge, die amtsanhängig wurden und bei denen nach den Haager Übereinkommen eine „amtliche Rückführung“ beantragt wurde. Die tatsächliche Dunkelziffer dürfte erheblich höher sein.

Hier die Staaten, AUS DENEN die meisten Kinder in ein anderes Land entführt wurden (Stand 2008):

  • USA: 309 Fälle
  • Großbritannien: 200 Fälle
  • Deutschland: 146 Fälle
  •  Italien: 127 Fälle
  •  Mexiko: 111 Fälle
  •  Spanien: 92 Fälle
  •  Australien: 86 Fälle
  •  Polen: 74 Fälle
  • Frankreich: 68 Fälle
  • Neuseeland: 54 Fälle

Täter bei Kindesentzug nicht immer nur Männer

Entgegen der landläufigen Meinung in der Bevölkerung sind die Täter nicht immer nur oder überwiegend Männer, die mit den Kindern „abhauen“, sondern die Täter sind in etwa hälftig Männer und Frauen, das zeigt die Auswertung von Strafprozessen, die in Deutschland wegen Kindesentzugs geführt werden. Von 53 Strafprozessen in Deutschland im Jahr 2017 waren 29 Frauen und 24 Männer als (angebliche) Täter betroffen, ein in etwa ausgewogenes Verhältnis mit leichtem Überhang bei den Frauen als Täter. Die Verurteilungswahrscheinlichkeit bei begonnenem Strafprozess ist hoch: Von den 53 Verfahren endeten mit 42 Verfahren im Jahr 2017 mit Freiheitsstrafen, Strafarrest oder auch einer Geldstrafe.

Wo ist der Rechtsweg bei Kindesentführung besonders schwierig?

Grundsätzlich haben Mütter es in islamisch geprägten Staaten oft schwer, ihre Rechte durchzusetzen, weil man dort Vätern die größeren, teilweise alleinigen Rechte bei dem Aufenthaltsbestimmungsrecht der Kinder einräumt.

Schwierig ist es aber auch in fast ganz Asien und dem afrikanischen Kontinent, weil dort die überwiegende Anzahl der Staaten nicht den internationalen Abkommen zur Kindesentführung beigetreten ist. Die Einschlagung des Rechtsweges verläuft dort häufig im Sande und führt zu jahrelangem Schriftverkehr, der häufig im Sande verläuft.

Hier ist die private Einschaltung einer Detektei im Regelfall deutlich zielführender.

Jüngere Kinder besonders gefährdet

Eine Auswertung der Hager Konferenz aus dem Jahr 2011 zeigt, dass jüngere Kinder besonders gefährdet sind, Opfer eines Kindesentführung zu werden, die meisten Kindesentziehungen gibt es bis zum Alter von 5 Jahren, die Anzahl der Kindesentführungen von Kindern, die 16 Jahre und älter sind, geht gegen Null.

Checkliste für amtliche Verfahren zur Kindesentführung:
Checkliste, was erfüllt sein muss, wenn man ein „amtliches“ Verfahren nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen (HKÜ) anstoßen möchte:

  1. Übereinkommen muss gültig sein (Art. 37 ff. HKÜ)
  2. Das Kind muss unter 16 Jahre alt sein (Art. 4 HKÜ)
  3. Der gewöhnliche Aufenthalt des Kindes muss vor dem Verbringen ins Ausland ein HKÜ-Vertragsstaat sein (Art. 1 a HKÜ)
  4. Das Kind hält sich derzeit in einem HKÜ-Vertragsstaat auf (Art. 1 a HKÜ)
  5.  Das Kind wurde widerrechtlich in den anderen Staat verbracht oder dort zurückgehalten, damit tritt entweder eine Verletzung des Sorgerechts (Art. 3 a HKÜ) oder ein tatsächliches Ausüben des Sorgerechts (Art 3 b HKÜ) ein
  6. Es gibt keinen Versagungsgrund für die Rückführung (z.B. Sorgerecht wird tatsächlich nicht ausgeübt, es gibt eine Zustimmung oder nachträgliche Genehmigung für die Verbringung oder es liegt eine schwerwiegende Gefahr oder unzumutbare Lage für das Kind vor)
  7. Das Kind leistet keinen Widerstand zur Rückführung
  8. Das Kind hat sich am neuen Ort noch nicht eingelebt (Art 12 Abs. 2 HKÜ)
  9. Menschenrechte und Grundfreiheiten werden mit der Rückführung nicht verletzt

Antragsunterlagen bei Kindesentführung

Auch beim Bundesamt für Justiz, welches in Deutschland Anträge auf Kindesrückführung auf einem Formular entgegennimmt, muss man Vordrucke ausfüllen und begleitende Papiere vorlegen.
Was man auf jeden Fall benötigt:

  • I. Geburtsurkunde des Kindes
  • II. Heiratsurkunde / Scheidungsurteil
  • III. Nachweis für das Sorgerecht (z.B. Sorgerechtsentscheidungen oder Kopien aus Gesetzestext)
  • IV. Weitere Dokumente wie Schulbescheinigung, Kindergartenbescheinigung etc.
  • V. Übersetzung aller Dokumente
  • VI. Foto vom Kind
  • VII. Foto vom vermeintlichen Entführer
  • VIII. Eigene schriftliche Darstellung des Kindesentzugs

Kind darf sich noch nicht eingelebt haben

Das größte Problem bei Kindesentziehungen ist der Faktor Zeit. Behörden haben oft alle Zeit der Welt, besonders Behörden im Ausland. Bei deutschen Behörden stößt man oft einen „Vorgang“ an, der dann durch die Behördenmühlen läuft. Ein Brief einer Behörde aus Deutschland verliert in fernen Ländern auf dem Dorf oft an Bedeutung. Manchmal landet er zunächst in der Ablage oder auch in einem Papierkorb und wird erst bei erneuter Nachfrage beantwortet – oder auch nicht.

Selbst wenn der Vorgang jedoch auch im Ausland aktenkundig wird, wird es oft schwierig, wenn das Kind sich am neuen Wohnort schon eingelebt hat. Dann stellen sich Gerichte oft quer und manchmal sogar die Kinder, weil sie neue Freunde vor Ort gefunden haben.
Es kommt also darauf an, möglichst keine Zeit zu verlieren und schnell zu handeln. Bloßes Abwarten, was denn wohl die Behörden machen, führt häufig zu Zeitverlust mit dem Risiko eines ungewissen Ausgangs.

Wenn mehr als ein Jahr nach der Kindesentziehung vergangen ist, hat das verlassene Elternteil oft das Nachsehen, das ist selbst in den offiziellen Übereinkommen so geregelt.
Artikel 12 des Haager Kindesentführungsübereinkommens lautet:

Ist ein Kind im Sinn des Artikels 3 widerrechtlich verbracht oder zurückgehalten worden und ist bei Eingang des Antrags bei dem Gericht oder der Verwaltungsbehörde des Vertragsstaats, in dem sich das Kind befindet, eine Frist von weniger als einem Jahr seit dem Verbringen oder Zurückhalten verstrichen, so ordnet das zuständige Gericht oder die zuständige Verwaltungsbehörde die sofortige Rückgabe des Kindes an. Ist der Antrag erst nach Ablauf der in Absatz 1 bezeichneten Jahresfrist eingegangen, so ordnet das Gericht oder die Verwaltungsbehörde die Rückgabe des Kindes ebenfalls an, sofern nicht erwiesen ist, dass das Kind sich in seine neue Umgebung eingelebt hat. Hat das Gericht oder die Verwaltungsbehörde des ersuchten Staates Grund zu der Annahme, dass das Kind in einen anderen Staat verbracht worden ist, so kann das Verfahren ausgesetzt oder der Antrag auf Rückgabe des Kindes abgelehnt werden.

Schon der bloße Eingang des Antrags auf Rückführung im Ausland ist häufig schwer zu beweisen, auch hier kann eine Detektei durch persönliche Zustellung und Zeugnis vor Ort für die Einhaltung von Fristen sorgen.

Was ist, wenn das Kind Widerstand bei der Rückführung leistet?

Oft werden entführte Kinder aufgehetzt und ihnen werden für den Fall einer Rückführung Schauermärchen erzählt, was manchmal dazu führt, dass die Kinder Widerstand bei der beabsichtigten Rückführung leisten. Nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen muss man den Willen des Kindes berücksichtigen, wenn das Kind eine Reife erreicht hat, die es empfehlen lässt, die Kindsmeinung zu berücksichtigen. Dies wird im Regelfall desto wahrscheinlicher sein, je näher das Kind an die 16-Jahres-Grenze kommt, – auch wenn weder im Gesetz noch im Übereinkommen eine solche Altersgrenze vorhanden ist. In der Rechtsprechung kristallisiert dies jedoch heraus. Kindsmeinungen von Kindern unter 8 Jahren werden häufig nicht berücksichtigt, da Kinder dort häufig noch nicht in der Lage sind, eine eigenständige Meinung zu bilden, sondern im Regelfall nur Vorgesagtes Nachplappern und leicht zu beeinflussen sind.

Klar muss einem sein, dass der entführende Elternteil großen Einfluss auf das Kind hat, weil es die meiste Zeit mit ihm verbringt und auch durch Geschenke und Zuwendungen Sympathien erreichen kann. Etwaige Lügengeschichten über den anderen Elternteil können von den Kindern mangels Kontakt häufig nicht verifiziert werden.

Was staatliche Rückführungsverfahren verzögert

Staatliche Rückführungsverfahren werden häufig schon allein durch Laufzeiten innerhalb der Behörden verzögert, aber auch durch geschicktes Taktieren des Entführers. Zunächst einmal macht die zentrale Behörde für Kindesentführungen in Deutschland (Bundesamt für Justiz) nichts anderes als den Vorgang an die zentrale Behörde eines anderen Landes weiterzuleiten. Allein schon der Postweg kann hier dauern. Dann kommt der Vorgang bei einer zentralen Behörde des anderen Landes an und muss von dort ggf. an Behörden vor Ort, wo das Kind vermutlich ist, weitergeleitet werden.

Hier tauchen schon oft die ersten größeren Probleme auf, da der genaue Aufenthaltsort nicht bekannt ist.

Kluge Kindesentführer wechseln auch in regelmäßigen Zeitabständen den Aufenthaltsort, was zu extremen Verzögerungen in der Behördenkommunikation führt. Insgesamt wird so oft erreicht, dass das Kind schon mehr als ein Jahr am neuen Ort lebt, bevor ein Vorgang an der richtigen Stelle landet. Wenn dies überhaupt gelingt.

Es hat also eine außerordentlich große Bedeutung, möglichst genau den Aufenthaltsort der Kinder bestimmen zu können. Wenn dies nicht auf der Hand liegt, verbleiben häufig nur Detekteien, die für Klarheit sorgen und dafür, dass nicht zu viel Zeit ins Land streicht.

Wer als Kindesentführer den Aufenthaltsort zwischen verschiedenen Staaten wechselt, sorgt für maximale Verzögerungen und setzt mit einem mehr als einjährigem Aufenthalt der Kinder beim entziehenden Elternteil Fakten, die bei einer späteren Gerichtsentscheidung für den entziehenden Elternteil sprechen könnten.

Mediation verzögert oft das Verfahren

Miteinander reden und zu versuchen, gemeinsam eine Lösung zu erreichen, ist grundsätzlich sicher sinnvoll. Auch Behörden versuchen nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen zunächst über eine Mediation Einigkeit zu erzielen. Oftmals gehen aber durch das gegenseitige Austauschen von Schriftsätzen (gern auch über Landesgrenzen hinweg) wertvolle Monate verloren, die schlussendlich mit dazu beitragen können, dass sich die Kinder am neuen Ort schon einleben und am Ende aller Mediation gar nicht mehr zurückwollen.

Gerichte raten häufig zur Mediation in solchen Verfahren, können diese jedoch nicht verpflichtend machen. Auch die zentralen Behörden der Länder unterstützen häufig eine Mediation, wobei der Zeitdruck ein Problem darstellt, da Gerichtsverfahren eigentlich innerhalb von 6 Wochen beendet sein sollten.

Grenzüberschreitende Mediation ist häufig auch wegen Unterschieden in der Sprache und Vorurteilen schwierig. Streitigkeiten eskalieren häufig und Problemfelder werden unsachlich diskutiert, ohne das eigentliche Problem zu lösen. Alles aus der Angst heraus, das Kind zu verlieren.

Muss das Kind eigentlich bei Kindesentführung gehört werden?

Interessanterweise muss nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen die zentrale Figur des Geschehens bei einer Kindesentführung, nämlich das Kind selbst weder in einer Mediation noch in einem Gerichtsverfahren persönlich angehört werden.

Es gibt nur das Recht des Kindes, sich einer Rückführung zu widersetzen. Der entziehende Elternteil kann das entzogene Kind maßgeblich beeinflussen oder aber argumentieren, dass es noch gar nicht reif genug sei, um selbst zu entscheiden.

Einschaltung von Nichtregierungsorganisationen

Manchmal kann bei Einschaltung von Nichtregierungsorganisationen eine Beschleunigung des Verfahrens erreicht werden, – hierbei ist allerdings die Einschaltung von Nichtregierungsorganisationen im Land der Verbringung der Kinder am sinnvollsten. Diese können mit dazu beitragen, Druck vor Ort aufzubauen, um bei Behörden zu erreichen, dass Vorgänge schneller bearbeitet werden oder gar überhaupt bearbeitet werden. Aber auch hier ist häufig mehrfaches Nachfassen notwendig, um das Ziel zu erreichen.

Zuständige Stelle für offizielle Rückführungsgesuche bei entführten Kindern:

Wer ein offizielles Rückführungsgesuch stellen möchte und alle dafür notwendigen Unterlagen und einen langen Atem hat, kann sich an die in Deutschland zuständige Stelle wenden:

Bundesamt für Justiz, Zentrale Behörde nach dem internationalen Familienrechtsverfahrensgesetz
Adenauerallee 99-103
53113 Bonn
Telefon 0228-99410-5212

www.bundesjustizamt.de/sorgerecht

Tipp: Detektei einschalten bei Kindesentzug

Das Wichtigste bei Kindesentziehungen ist das schnelle Agieren. Von daher empfiehlt es sich, so früh wie möglich, eine geschulte Detektei, die Erfahrung mit Kindesentziehungen hat anzuschalten. Die Detektei hilft nicht nur, den Aufenthaltsort des Kindes genau zu ermitteln und zu dokumentieren, sondern hilft so auch bei der Beschleunigung aller offiziellen Vorgänge, was maßgeblich zu einer schnellen Kindesrückführung beitragen kann.

Anzeichen für einen Seitensprung frühzeitig erkennen

Seitensprung – an welchen Anzeichen man Untreue erkennen kann

Wenn man in einer Beziehung lebt, in der man sich gegenseitig vertraut, ist das wunderschön, doch was ist, wenn das Vertrauen missbraucht wird? Was ist, wenn man glaubt, dass der andere vielleicht doch untreu geworden ist? Welche Anzeichen für Untreue gibt es, wie kann ich einen Seitensprung meines Partners erkennen?

Seitensprung tut weh

Wer seinem Partner vertraut und auch nur das Gefühl hat, hintergangen zu werden, ist meist verletzt. Schon das Gefühl zu haben, dass der andere (unabhängig vom Geschlecht) einen betrügt, ist für viele ein sehr schmerzliches Gefühl. Weil wir wissen, dass die Kenntnis von einem Seitensprung weh tut und wir uns dann verletzt und ausgenutzt fühlen, tendieren manche dazu, erste Anzeichen für einen Seitensprung zu ignorieren – getreu dem Motto „Was ich nicht weiß, tut mir auch nicht weh“. Langfristig ist dieses Leugnen erster Anzeichen aber keine gute Strategie, da immer unterschwellig Misstrauen in der Beziehung mitschwingt und diese dann belastet. Wenn man erste Anzeichen für einen Seitensprung bemerkt, ist es oft das Beste, das zu hinterfragen, bevor man sich vom Partner Liebe vorheucheln lässt, die gar nicht mehr da ist.

Typische Anzeichen für Seitensprung

Das typische Anzeichen für einen Seitensprung gibt es nicht, aber eine Vielzahl von Anzeichen, die darauf hindeuten können. Aber: Keines von ihnen ist ein hinreichendes Kriterium, welches für sich allein schon zwangsweise bedeutet, dass der Partner fremdgeht. Aber es sind Anzeichen dafür, dass der Partner fremdgehen könnte. Je mehr von diesen Anzeichen zusammenkommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er es wirklich tut.

Was auf einen Seitensprung hindeuten könnte:

  •  Der Partner macht deutlich häufiger als früher abends Überstunden, hat abendliche „Geschäftsessen“ oder geht vermehrt auf „Geschäftsreisen“, was er zuvor nicht getan hat.
  •  Plötzlich kommen vom Partner neue Sexualpraktiken beim Geschlechtsverkehr ins Spiel
  •  Der Partner regt an, dass man sich doch mal wieder allein mit alten Freunden treffen solle oder etwas unternehmen soll
  •  Der Partner ist in letzter Zeit besonders freundlich und rücksichtsvoll und bringt überdurchschnittlich häufig Geschenke mit
  •  Das sexuelle Verlangen hat deutlich nachgelassen oder aber der Partner will deutlich mehr Sex
  •  Der Partner geht zum Telefonieren raus oder telefoniert heimlich
  •  Der Partner legt beim Telefonieren schnell auf, wenn wir reinkommen
  •  Das Handy ist plötzlich längere Zeit ausgeschaltet oder Akku angeblich immer häufiger leer
  •  Der Partner legt sich ein zweites Handy zu
  •  Der Partner verbringt deutlich mehr Zeit allein vor dem Computer
  •  Der Partner hat plötzlich eine neue Email-Adresse
  •  Das Telefon klingelt und wenn man dran geht, wird aufgelegt
  •  Der Partner fängt plötzlich an, einen Körperkult zu betreiben, den er vorher nicht betrieben hat, benutzt z.B. neuerdings Parfum, geht zur Maniküre oder geht gar ins Fitnessstudio
  •  Der Partner ist überdurchschnittlich häufig abweisend oder gar mies gelaunt
  •  Der Partner meidet den direkten Blickkontakt
  • Der Partner trifft sich angeblich deutlich häufiger mit Freunden allein
  • Der Partner schlägt vor, dass beide einmal allein verreisen sollten
  • Gemeinsame Freunde verhalten sich merkwürdig und tuscheln, wenn man als Paar dort auftritt

Wie gesagt: Für alle diese Veränderungen kann es auch eine natürliche Begründung geben, die gar nichts mit einem Seitensprung zu tun hat, weil der Partner z.B. in der Firma einen neuen Chef oder Kollegen bekommen hat, sodass er sich ggf. mehr ins Zeug legen muss.

Aufpassen

Kein grenzenloses Vertrauen – Vorwände überprüfen – Seitensprung ausschließen

Das Beste ist natürlich, wenn man seinem Partner grenzenlos vertrauen kann und auch seine Begründungen für plötzliche Verhaltensänderungen nicht hinterfragen muss. Kommen aber mehrere der o.a. Anzeichen für einen Seitensprung zusammen, also kommt er abends immer später nach Hause und er geht zum Telefonieren plötzlich aus dem Zimmer, dann könnte es an der Zeit sein, den Finger in die Wunde zu legen.

In einer funktionierenden Partnerschaft spricht man einfach darüber, aber nicht mit „Du Schwein betrügst mich“, sondern mit Sätze wie „Mir fällt auf, dass Du immer später aus dem Büro kommst und zum Telefonieren neuerdings andere Räume aufsuchst – muss ich mir da Gedanken machen?“

Ein treuloser Partner wird im Regelfall dann immer noch lügen und sich etwas zurechtbiegen. Nur ein kleiner Prozentsatz der Betrüger und Personen, die sich im Seitensprung üben, ändert dadurch sein Verhalten und beendet den Seitensprung. ES bleibt einem oft nichts anderes übrig, als den vermeintlichen „Seitenspringer“ einmal auf einen möglichen Seitensprung hin zu überprüfen. Bevor man das tut, sollte man aber in sich gehen und sich fragen, ob das wirklich nötig ist, weil es einen innerlich zermürbt und auffressen kann. Vertrauen geht einfacher als Misstrauen.

Macht er/sie wirklich Überstunden oder hat er/sie einen Seitensprung?

Ob der Partner Überstunden im Büro macht, ist leicht herauszufinden:

  1. Man ruft abends im Büro unter einem Vorwand an und kann so herrlich überprüfen, ob er wirklich noch im Büro sitzt. Auf Geräusche, die auf eine Anrufweiterschaltung hindeuten, sollte man allerdings achten. Macht auch nur Sinn, wenn man ihn auf seinem Büro-Festnetz-Telefon anruft und nicht auf seinem Handy. Als Vorwand könnte man z.B. „Du ich mach gerade eh eine Pizza für mich…soll ich auch eine für Dich mit in den Ofen schieben oder wird es noch später“… nutzen. Das darf man nicht jeden Tag machen, sonst fällt es auf.
  2. Einfach mal den Partner vorm Büro abholen – ohne es ihm zu sagen, – dazu stellt man sich unauffällig in die Nähe des Büroausgangs, wo der Partner üblicherweise herauskommt, aber so, dass er es nicht gleich sieht… kommt er da den ganzen Abend nicht raus…und behauptet später, im Büro gewesen zu sein, wird es eng…

Wer voller Misstrauen dem Partner gegenüber ist und bereits mehrere Anzeichen für einen Seitensprung entdeckt hat, sich seiner Sache aber nicht sicher ist und wiederum zunächst keine Agentur beauftragen möchte, könnte eine, am besten entfernte Bekannte fragen, ob sie einmal den „Treuetest“ machen würde. Mit ein bisschen Fantasie wird man sicher schnell eine Idee haben, wie dieser Test aussehen könnte. Hier gibt es bestimmt unzählig viele Möglichkeiten. Natürlich darf der Partner diese Person nicht kennen. Eine einfache Idee, könnte sein, mit dem Auto vor dem Büro zu warten und eine Autopanne vorzutäuschen. Der „Fremdgeher“ wird ihr sicher gerne hilfreich zur Seite stehen, denn wer lässt schon eine Dame allein mit ihrem defekten Auto. Das ist doch Männersache. Die Bekannte könnte versuchen ein Date abzumachen, da sie sich ja unbedingt erkenntlich zeigen möchte. Sicher ist es keine sichere Methode, aber wenn der Mann sofort darauf anspringt, könnte es doch schon ein Indiz dafür sein, dass der Partner es nicht so genau nimmt mit der Treue bzw. sich schnell hinreißen lässt. Die Verabredung findet dann in einem vorher abgesprochenen Restaurant statt und die Bekannte wird versuchen den Partner „anzumachen“ und dann plötzlich, vielleicht schon in einer eher unangenehmen Situation, stößt man ganz zufällig dazu. Ist man eine starke Persönlichkeit und kann diese Rolle gut spielen begibt man sich auch in dieses Restaurant und setzt sich mit an den Tisch, aber ohne eine Szene zu machen. Ein Einfaches „Oh Schatz, dass ich Dir hier treffe, trifft sich gut, ich wollte eh gerade eine Kleinigkeit essen gehen…ich darf mich doch sicher dazu setzen – was kannst Du denn hier empfehlen?“. Wer da ruhig und besonnen agiert, wird den anderen völlig perplex hinterlassen und in den Erklärungsmodus versetzen.

Wenn man sich dann noch dem Seitensprung mit „Ich bin Gaby, die Frau von Manfred, kennen wir uns?“ freundlich vorstellt, hat man Stil bewiesen. Der Seitensprung wird im Regelfall so perplex sein, dass der eigene Name genannt wird…

Anschließend sollte allerdings mit dem Partner ein ausführliches Gespräch erfolgen.

Mit einem Detektiv-Büro auf Seitensprung und Untreue überprüfen

Das Bequemste ist sicherlich, ein Detektivbüro zu beauftragen, welches den Partner überprüft. Hier muss man allerdings zunächst die Spreu vom Weizen trennen und ein seriöses und gutes Detektivbüro beauftragen, die unauffällig agieren und nicht auf der Parkbank vor dem Arbeitsplatz des Partners mit einem Fernglas sitzen.

Je nach Detektei und Aufwand können hier Kosten von bis zu 1.000,– bis 3.000,– Euro pro Tag / Observationsteam entstehen, das sollte vorher mit dem Detektivbüro vereinbart werden.

Ein Detektivbüro sollte man nur dann einschalten, wenn man bereits mehrere Anzeichen für einen Seitensprung bemerkt hat, aber noch das letzte Stückchen Sicherheit braucht.

Ein Detektivbüro bringt dann ggf. schnell Beweisfotos von turtelnden Pärchen beim Italiener oder küssenden Liebenden im Park oder eben auch den Beweis tatsächlicher Überstunden im Büro.

Ist etwas anders?

Freunde und Bekannte hinterfragen

Oft ist es bei Seitensprüngen so, dass viele davon wissen, nur der gehörnte Partner nicht. Freunde des untreuen Partners wissen häufig davon, schweigen aber mit schlechtem Gewissen. Oft müssen auch Freunde für ein Alibi herhalten. Statt mit der Motorradclique auszufahren – wie vorgegeben – ist der Partner dann mit einem Seitensprung in einem romantischen Restaurant essen oder macht einen Spaziergang am Flussufer. Hier hilft nur ein häufiger Kontakt zu den Freunden: Einfach mal dort anrufen, wenn der Partner gerade mit ihnen unterwegs sein soll, – sich dazu einen Vorwand ausdenken, der schlüssig klingt. Wenn man dann öfters auf Ausflüchte, Überraschung oder gar Unwissen trifft „Ne Du, der xyy ist gerade nicht hier“, weiß man schnell Bescheid, dass irgendwas im Argen liegt und muss der Angelegenheit weiter auf den Grund gehen. Viele Freunde stellen sich gerne für ein Alibi zur Verfügung, aber oftmals nur 1-2x. Wenn das dann öfter hinterfragt wird, wollen die meist auch nicht mehr für das üble Spiel herhalten.

Manchmal hilft auch ein „Prima Schatz, da komme ich gerne mit – möchte auch mal an so einer Motorradtour teilnehmen“ – da darf man gespannt auf die Reaktion sein.

Affären brauchen Zeit – das sicherste Anzeichen für Untreue

Wer einen Seitensprung begeht, braucht vor allen Dingen eines dafür: Zeit. Zeit, die man dem betrogenen Partner abknapsen muss. Dazu werden häufig Dinge erfunden, die es gar nicht gibt, z.B. neue Arbeitskollegen oder ein neues Hobby. Sport mit Freunden wird genauso gerne vorgeschoben wie Überstunden im Büro wegen dem neuen Arbeitskollegen oder dem neuen Chef. Manchmal werden auch häufigere Fitness-Studio-Besuche vorgeschoben. Hier muss man genau überprüfen, ob das Gesagte des Partners mit seinem Verhalten übereinstimmt:

  • Ist nach seinen angeblichen Fitness-Studio-Besuchen auch verschwitzte Sportkleidung in der Tasche oder das T-Shirt und Handtuch noch genauso gefaltet und sauber wie vor dem angeblichen Fitness-Studio-Besuch?
  • Sind seine Freunde tatsächlich nicht zuhause, wenn der Partner mit ihnen angeblich Squash spielt. Ein einfacher Anruf bei den Freunden zuhause entlarvt die Lüge schon.
  • Wissen die Arbeitskollegen, die man schon kennt, von dem neuen Kollegen, der angeblich da ist oder dem neuen Chef, der so viele Überstunden fordert. Bei nächster Gelegenheit sollte man es arrangieren, dass man bekannte Arbeitskollegen beiläufig trifft und dazu – beiläufig – befragt „Und wie kommst Du so mit dem neuen Chef zurecht?“ – wenn dann ein „Welcher neuer Chef?“ zurückkommt, weiß man Bescheid.

Seitensprung verändert Sexualverhalten

Ein Seitensprung verändert fast immer das Sexualverhalten in der bestehenden Partnerschaft. Hier kann das Pendel in zwei Richtungen ausschlagen:

  • Entweder der Partner will auf einmal neue Sexualpraktiken oder macht Dinge, die er jahrelang nicht gemacht hat oder
  • Der Partner zieht sich zurück und will weniger Sex und zieht sich als Begründung z.B. vor den Computer zurück, wo er noch etwas arbeiten müsse

Eine deutliche Änderung im Sexualverhalten – ist zusammen mit anderen Anzeichen – ein gutes Indiz für eine hohe Seitensprung-Wahrscheinlichkeit.

Erlebt man plötzlich ein geändertes Sexualverhalten, sollte man überprüfen, ob noch andere Anzeigen für einen möglichen Seitensprung zu verzeichnen sind, was in der Addition dann ein deutliches Signal für einen tatsächlichen Seitensprung sein könnte.
Neue Stellungen beim Sex, ungewöhnliche Orte für Sex und neue Vorlieben – all das kommt oft nicht von ungefähr.

Plötzlich geändertes Körperpflege-Verhalten als Zeichen für einen Seitensprung

Plötzlich geänderte Körperpflege-Methoden sind häufig ein Zeichen für einen Seitensprung, wenn sie mitten in einer Beziehung nach Jahren geändert werden. Aufmerksam werden sollte man z.B., wenn der Partner:

  • Statt Drogeriemarkt-Rasierwasser plötzlich täglich teures Parfum aufträgt
  • Der Partner sich deutlich häufiger duscht als vorher, gerne auch nach dem „Geschäftstermin“
  • Der Partner sich plötzlich unter den Armen oder im Schambereich rasiert, was er vorher nicht oder nicht so häufig gemacht hat
  • Der Partner sich deutlich häufiger oder auffälliger schminkt als zuvor
  • Der Partner seine Vorlieben bei der Unterwäsche wechselt und statt mit Feinripp mit dem Tanga ins Büro geht
  • Der Partner sich plötzlich Beine oder Brust rasiert, was vorher nicht passiert ist

Hier muss man hellhörig werden. Niemand verändert jahrelang liebgewonnene Gewohnheiten von allein – hier gibt es häufig einen externen Anlass und das könnte ein Seitensprung sein, der andere Anforderungen stellt oder für den man besonders glänzen möchte.

Seitensprung-Indikator Nr. 1: Handy, Tablet oder Emails

Der sicherste Indikator für einen Seitensprung ist oft das Handy oder Smartphone. Wer einen Seitensprung hat, kommuniziert auch mit diesem. Selbst, wenn der Fremdgeher dies oft nicht will, so wird der oder die Geliebte immer wieder den Drang haben, über das Handy zu kommunizieren. In einer funktionierenden Partnerschaft kann der Partner sich beruhigt in Facebook- oder WhatsApp-Profile des Partners einloggen und wird dort nichts entdecken. In einer funktionierenden Partnerschaft ist dies aber gar nicht nötig, da beide Partner Vertrauen haben und dies auch nicht missbrauchen. Bei einem Seitensprung missbraucht aber ein Teil der Partnerschaft das empfangene Vertrauen und dies kann man am ehesten im Handy feststellen. Bereits der Umgang mit dem Handy/Smartphone verändert sich häufig bei einem Seitensprung:

  • Schaltet der Partner plötzlich das Handy immer aus, wenn er zuhause ist?
  •  Nimmt der Partner plötzlich das Handy mit aufs Klo und es kommt zu längeren „Sitzungen“ mit Handy, die es vorher nicht gegeben hat?
  •  Nimmt der Partner Anrufe plötzlich nicht mehr entgegen oder drückt sie weg?
  •  Gibt es plötzlich SMS oder Nachrichten-Gepiepse am Abend, was es vorher nicht gab?
  • Lässt der Partner das Handy plötzlich nicht mehr unbeobachtet und eingeschaltet in der Wohnung liegen?
  •  Hat der Partner plötzlich ein Zweithandy?
  • Hat der Partner plötzlich eine neue Email-Adresse?
  • Löscht er eingehende Mails und Nachrichten plötzlich sofort?

Hier hilft nichts anderes als das Überprüfen seines Handys. Einfach mal draufschauen, wenn wieder eine Nachricht eingeht. Entweder so, dass der Partner es nicht merkt oder auch ganz bewusst „Sag mal, wer piept Dich eigentlich da dauernd an?“ und nach seinem Handy greifen. Hat der Partner nichts zu verbergen, wird er das Handy bereitwillig übergeben. Weigert sich der Partner und macht womöglich noch Vorwürfe, dass man kein Vertrauen habe, riecht das förmlich nach Seitensprung und weitere Überprüfungsmaßnahmen sind notwendig.

Teilgeständnisse sollen den großen Seitensprung verbergen

Manche Betrüger sind auch so dreist, dass sie von Teilen des Seitensprungs berichten, allerdings in einer harmlosen Variante…“Du, die haben mir da eine neue Kollegin aufs Auge gedrückt….die braucht ganz schön lange, bis die alles versteht und ich armer Tropf muss der alles erklären…“ o.ä.

So kann der seitenspringende Fremdgeher ggf. auch mal ein Abendessen mit der angeblichen „Nur-Kollegin“ begründen, ohne gleich aufzufallen.

Kommt dies öfter vor, hilft hier nur ein Griff in die Vollen: Einfach mal vorschlagen, dass man sich auch mal zu Dritt treffen könnte…wäre doch schön, wenn man der neuen Kollegin mal die Landschaft in der neuen Stadt zeigt und sich bei einem gemeinsamem Essen näher kennenlernt. Wird abgelehnt, sollten alle Alarmglocken angehen und weitere Überprüfungsmaßnahmen gezogen werden. Überdies sollte man hinterfragen, warum der Partner dies nicht möchte. Fängt der Partner an zu stottern oder wird rot bei der Antwort, hat man gleich das nächste Indiz für einen Seitensprung.

Ist der Partner auf einmal unglaublich großzügig – ein Seitensprung soll verdeckt werden

Hat der Partner früher noch hinterfragt, ob man schon wieder eine neue Hose braucht und animiert nunmehr, doch mal wieder eine ausgedehnte Shopping-Tour mit der Freundin zu machen und sich was Neues zu kaufen, sollte man den Sinneswandel hinterfragen. Häufig will der fremdgehende Partner so sich entweder Zeit für sich und den Seitensprung erkaufen oder aber eigene höhere Ausgaben kaschieren.

Gleiches gilt, wenn plötzlich dazu animiert wird, mit Freunden oder Freundinnen doch auch mal allein ein paar Tage zu verreisen. Das hat häufig nur den Grund, dass der betrügende Part nur mehr Zeit für sich und den Seitensprung haben will. Mehr Zeit, wo er sicher sein kann, dass seine längere Techtelmechtel nicht auffallen.

Oder der fremdgehende Partner will nur sein Gewissen beruhigen und animiert dazu, dass sich der Partner auch mal etwas gönnt. Plötzliche großzügige Geschenke sind ebenso verdächtig wie ein Animieren, doch mehr Geld für Shopping oder Reisen mit Freunden auszugeben. Hier stimmt meistens etwas nicht.

Wer vorher nicht großzügig war, sondern die Ausgaben fest im Blick hatte, wird nicht plötzlich seine Lebensweise ändern.

Partner tastet sich fragend um mögliches Verständnis für Seitensprung vor

Spätestens dann, wenn der Partner anfängt, Fragen zu stellen, wie man denn wohl auf einen Seitensprung reagieren würde, sollten alle Alarmglocken angehen. Dies ist meist die Vorstufe zum vollen Geständnis. Vielleicht hat der Partner sich auch schon mit dem Gedanken befasst, den Seitensprung einzuräumen, will aber den eigentlichen Partner nicht verlieren. Dann werden im Vorfeld häufig Fragen gestellt, mit denen sich der fremdgehende Partner vortasten will, mit welcher Reaktion seitens des gehörnten Partners wohl zu rechnen ist.

Wer auf solche Fragen mit „Dann kannst Du gleich Deine Sachen packen und gehen“ antwortet, wird nie ein Geständnis erhalten. Zielführender sind Antworten wie „Muss man halt drüber reden, wenn es nur um ein bisschen Rein-Raus ging und man das beendet, sollte man damit in einer Partnerschaft fertig werden“. Dann sollte man schweigen und nicht weiterreden, um dem anderen die Möglichkeit zu geben, zu gestehen oder sich weiter vorzutasten.

Seitensprung: Oft hin- und hergerissen

Wer einen Seitensprung begeht, ist oft hin- und hergerissen und will keinem wehtun. Dem eigenen Partner nicht und dem Geliebten oder der Geliebten auch nicht. Als Konsequenz wird ein solches Seitensprung-Verhältnis oft über lange Zeiten beibehalten: Dem Seitensprung vermittelt man den Eindruck, dass die Beziehung ohnehin nicht mehr so großartig laufe und eh bald zu Ende ist und dem Partner spielt man heile Welt vor. Auf Dauer belastet das aber alle Beteiligten und irgendwann platzt die Bombe ohnehin.
Eigentlich sind dann viele dankbar, wenn die Bombe platzt, – dann hat das Versteckspiel ein Ende. Die dauernden Ausreden und Alibi-Konstruktionen sind ja auch anstrengend und nervenraubend. Das schlechte Gewissen plagt den Betrüger häufig. Die Frage, die sich stellt, ist nur: „Zu wem wechselt der seitenspringende Partner dann: zum Seitensprung oder zum eigentlichen Partner“.

Wer also bemerkt, dass er einen seitenspringenden Partner hat, sollte sich besonders bemühen, in interessant für den betrügenden Part zu erscheinen. Sich nicht gehen lassen, interessant anziehen und abwechslungsreiche Pläne für die Freizeitgestaltung präsentieren. Desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man das Rennen zwischen Seitensprung und Beibehalten der Partnerschaft gewinnt.

Seitensprung: Auch an körperlichen Spuren feststellbar

Oft sind Seitensprünge auch körperlich feststellbar. Wer längere Zeit einen Seitensprung hat, bei dem kann ein aufmerksamer Partner dies auch sehen. Häufig treten die folgende Zeichen auf:

  • Knutschflecken am Hals
  • Lippenstift am Kragen
  • Kratzspuren von Fingernägeln am Rücken
  • Fremde Haare im Reißverschluss oder Gürtelschnalle
  • Spermaspuren in der Unterhose
  • Fremde Gerüche am Partner – vom Parfüm/Aftershave des Seitensprungs

Dazu gibt es auch andere Anzeichen, die physisch feststellbar sind:

  • Hotelrechnungen im Sakko/Jacke/Hase
  • Restaurantquittungen in der Tasche
  • Vermehrte Geldabhebungen vom Konto
  • Leere Kondomhüllen in der Jacke/Hose

Hinterfragt man dies dann, kommen fadenscheinige Begründungen, die häufig bereits einer ersten Überprüfung nicht standhalten. Stehen auf der Hotelrechnungen zwei Frühstück-Berechnungen wird die Behauptung, dass er allein auf Geschäftsreise war, kaum zu halten sein. Zahlt er die angeblich dienstlich veranlasste Restaurantrechnung nicht mit seiner Firmenkreditkarte, sondern privat, hat das auch einen bitteren Beigeschmack.

DNA-/DNS-Test zum Untreue-Beweis

Hartgesottene Betrogene in einer Beziehung greifen auch zum DNA- oder DNS-Test. Damit kann man belegen, dass bestimmtes Gen-Material weder von einem selbst noch vom Partner ist. Finden sich z.B. im heimischen Aschenbecher auf einmal Zigarettenkippen, die mit Lippenstift versehen sind und nicht die Marke des Partners oder die eigene präferierte Marke darstellen, der Partner behauptet aber, dies selbst geraucht zu haben, kann man auch Zigarettenstummel auf DNA/DNS untersuchen lassen.

Gleiches gilt z.B. für Unterhosen, in den man Spuren fremder Körperflüssigkeiten vermutet. Fremdes Scheidensekret in Männerunterhosen ist genauso verräterisch wie Sperma in Frauenunterwäsche. Beides kann man einsenden an Institute, die DNS-/DNA-Untersuchungen machen, legt dazu eigene und die Haare des Partners und dann kein Abgleich gemacht werden. Ist das Ergebnis, dass eine dritte Person für die Körperflüssigkeiten oder andere Spuren verantwortlich ist, hat man auch einen wissenschaftlichen Beweis für das Fremdgehen.

Hier wird dann ein Herumlavieren und das Suchen von Ausreden schwer für den Fremdgeher.

Ein solcher Test sollte ggf. als letzte Maßnahme greifen, wenn man es amtlich haben möchte, dass der Partner fremdgeht. Auch hier müssen rechtliche Vorgaben im jeweiligen Land eingehalten werden.

Nicht alles, was möglich ist, ist auch erlaubt. Auch wenn vieles, was möglich ist, eindeutige Beweise liefert.

Treuetest-Agenturen zur Seitensprung-Festigkeit des Partners

Am Markt gibt es auch Treuetest-Agenturen, die den Partner auf Treue testen. Die meisten Treuetest-Agenturen werben damit, dass sie die Treue des Partners untermauern wollen, – sind aber tatsächlich gut geeignet, auch die Tendenz zur Untreue zu untermauern. Treuetest-Agenturen setzen sogenannte Treuetester, bzw. Treuetesterinnen ein, um festzustellen, ob der eigene Partner wirklich treu ist.

So kann man z.B. eine Treuetesterin auf den eigenen Ehemann ansetzen, um festzustellen, ob er schwach wird, wenn ihn eine Frau anflirtet. Oder ob er nach dem Motto „Gelegenheit macht Liebe“ die erstbeste Fremdgeh-Möglichkeit nutzt, um den eigenen Partner zu betrügen. Sollte der Partner den Treuetest bestehen und nicht auf die Versuchung eingehen, muss er gar nicht erfahren, dass getestet wurde. Im anderen Fall wird ein Treuetester den Vorgang abbrechen und sich ggf. mit einer Ausrede aus der Affäre ziehen, wenn der Fall eindeutig werden scheint. Treuetests können auf vielfältiger Basis vonstattengehen: Von Emails mit der Bitte um Kontaktaufnahme bis zu scheinbar zufälligen Treffen im Supermarkt, auf der Arbeit oder beim Verlassen des Arbeitsplatzes. Treuetest-Agenturen sind da flexibel und einfallsreich. In einer funktionierenden harmonischen Partnerschaft mit ehrlichen Partnern wird ein Treuetest immer so ausgehen, dass der Getestete rechtzeitig die Reißleine zieht und sich nicht auf Abwege begibt.

Mit den Treuetest-Agenturen lässt sich das Verhalten des Treuetesters im Vorfeld abstimmen, also z.B. auch, inwieweit der Treuetester provozieren oder reizen soll. Eine Treuetest-Agentur darf man aber nicht mit einem Escort-Service vergleichen. Die Treuetester kommen üblicherweise aus einer völlig anderen Region als die zu testende Person, sodass zufällige Vorkenntnis der zu testenden Person unwahrscheinlich ist und man sich später vermutlich auch nie wieder begegnet. Treuetester, die auf Untreue testen, um die Bereitschaft zu einem Seitensprung abzufragen, sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und geben nur ihrer Agentur und dem Auftraggeber Auskunft.

Untreue ist der häufigste Trennungsgrund

Bevor man Maßnahmen ergreift, um herauszufinden, ob der Partner untreu ist, sollte man darüber nachdenken, was man wohl macht, wenn sich der Untreue-Verdacht bestätigt. Will man dann den Partner verlassen, die Beziehung auflösen? Hält man die Beziehung weiter aus, wenn man weiß, dass der Partner mindestens einmal Untreue bewiesen hat? Wie geht man mit dem Seitensprung um?
Kulturübergreifend ist Untreue der häufigste Trennungsgrund bei heterosexuellen Paaren. Das liegt daran, dass der betrogene Partner es oft nicht weiter in der Beziehung aushält und glaubt, einen Anspruch zu haben, den Partner für sich allein zu besitzen. Aber auch daran, dass man sich ausgenutzt fühlt und Vertrauen ausgenutzt wurde.

Männer und Frauen betrachten Untreue anders

Während Männer häufig körperliche Untreue der Partnerin absolut verwerflich finden und die Frau als Sexualpartner für sich alleine haben wollen, ist für Frauen eine emotionale Untreue oft schwerwiegender, also eine grundsätzlich enge Beziehung und emotionale Hingezogenheit des Partners zu der Geliebten.
Untreue wird selten verziehen

Auch in einer scheinbar noch so modernen Gesellschaft wird Untreue faktisch selten so richtig verziehen. Es bleibt immer eine innere Verletzung und häufig kommt es auch zu Trennungen. Ein Wissenschaftsteam an einer norwegischen Universität (NTNU) wertete Befragungen von 92 Teilnehmern zu Untreue und dem möglichen späteren Verhalten aus: Die meisten Befragten gaben an, dass man Untreue wohl nicht verzeihen werde – unabhängig davon, wie diese im Einzelfall ausgestaltet war. Am ehesten noch wird Untreue verziehen, wenn der betrügende Partner die Schuld eingesteht und sich deutlich vom Seitensprung distanziert.
Bevor man also einen Seitensprung begeht und sich der Untreue hingibt, sollte man sich der Konsequenzen bewusst sein: Der Partner wird dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie vergessen, einem immer wieder auf das Brot schmieren und es kann tatsächlich zur Trennung führen.

Treue und nicht Untreue wird erwartet

In westlichen Gesellschaften erwarten zwischen 60 und 100% der Befragten in Umfragen Treue in einer Partnerschaft und damit monogames Verhalten, dies zeigen alle Studien, die in Europa und USA gemacht worden sind, – in einer Umfrage des Instituts Allensbach erwarteten 70% der Befragten Treue – als die wichtigste Eigenschaft eines idealen Lebensbegleiters.

Untreue tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen

Erstaunlich ist, dass Untreue bei Männern statistisch häufiger aufzutreten scheint als bei Frauen, dies geben jedenfalls alle Umfragen wieder. Auch in den USA, wo jährlich eine „General Social Survey“ gemacht wird, geben 25 bis 50% der Männer an, in ihrem Leben schon einen Seitensprung in der Ehe gehabt zu haben, während dies nur bei 15 bis 25% der Frauen der Fall ist. Auch bei der Nachfrage nach einem Seitensprung in den letzten 12 Monaten liegen die Werte bei Männern doppelt bis dreimal so hoch wie bei Frauen. Bis zu 12% der Männer gaben an, in den letzten 12 Monaten in einer Ehe untreu gewesen zu sein.

Wahrscheinlichkeit, im Leben einen Seitensprung zu begehen

Auch die Untreue-Wahrscheinlichkeit, also die Wahrscheinlichkeit, im gesamten Leben einmal untreu zu werden, ist bei Männern deutlich größer als bei Frauen. Bei Männer liegt sie – je nach Auswertung zwischen 21 und 25%, während sie bei Frauen nur zwischen 11 und 16% liegt. Vereinfacht gesagt:
Jeder vierte Mann geht einmal im Leben fremd.

60% aller Seitensprünge fallen auf

Nach Studien ist davon auszugehen, dass rund 60% aller Seitensprünge irgendwann ans Tageslicht kommen und auffallen. Eine dauerhaft erfolgreiche Strategie, einen Seitensprung geheim zu halten, gibt es also eher selten. In den meisten Fällen kommen die betrogenen Partnern dem Seitenspringer selbst auf die Schliche, nur rund 25% der Betrüger beichten von sich aus. In rund 20% sorgt Kommissar Zufall für das Auffliegen des Seitensprungs

Seitensprung ist selten einmaliger Ausrutscher

In den meisten Fällen ist ein Seitensprung auch kein einmaliger Ausrutscher, – auch wenn das der betrügende Part so darstellen will. Die weitaus meisten Fremdgeher haben Affären, die mehr als einen Monat dauern und von mehrmaligen Treffen geprägt sind. Bei rund 25% der Fälle dauern solche Affären mehr als 6 Monate.

Wann finden die meisten Seitensprünge statt?

Es ist nicht etwa das verflixte siebte Jahr einer Beziehung, in dem die meisten Seitensprünge stattfinden, sondern das Risiko für Seitensprünge steigt laut einer Studie der Universität Göttingen schon nach dem dritten Beziehungsjahr messbar an. Beruhigend: Wenn man 10 Jahre mit einem festen Partner zusammen ist, sinkt das Seitensprung-Risiko.

Männer betrügen Frauen besonders häufig während der Schwangerschaft (fünfmal so häufig wie sonst). Frauen sind am empfänglichsten für Untreue-Gedanken während ihres Eisprungs, was mit den Hormonen Östrogen und Testosteron zusammenhängen dürfte, die sich luststeigernd auswirken.

Der Monat Mai scheint für erstmalige Seitensprünge besonders geeignet zu sein, – womit dies zusammenhängt, ist noch nicht wissenschaftlich ergründet. Auch Seitensprung-Agenturen haben dort die meisten Aufträge.

Gründe, warum Männer einen Seitensprung begehen

Fragt man fremdgehende Männer, warum sie fremdgegangen sind, kommt in Umfragen fast einhellig das folgende Ergebnis:

  1. Unzufriedenheit mit Sexualleben: Mit der eigenen Partnerin gibt es zu wenig oder zu langweiligen Sex
  2. Einsamkeit: Paare, die weniger Zeit miteinander verbringen, sondern z.B. beruflich bedingt häufig getrennt sind, neigen eher zu Seitensprüngen
  3.  Pure Langeweile: Manchmal geschieht ein Seitensprung aus purer Langeweile
  4. Marktwert testen: Männer wollen sich beweisen und stolz darauf sein, auch von anderen Frauen begehrt zu werden
  5. Gleiches mit gleichem vergelten: Ein Teil der Männer geht fremd, weil sie das bei der Frau auch vermuten
  6.  Gelegenheit macht Liebe: Männer sind manchmal zu schwach, einer Gelegenheit „nein“ zu sagen und lassen sich zu einem Seitensprung hinreißen, den sie eigentlich gar nicht wollten.

Gründe, warum Frauen einen Seitensprung haben

Bei Frauen liegen die Prioritäten, warum es zu einem Seitensprung kommt, etwas anders als bei Männern. Liest man die Untersuchungen und Studien zu den Begründungen für Seitensprünge bei Frauen, ergeben sich die folgenden Ursachen für Untreue bei Frauen:

  1. Unzufriedenheit mit dem Sexualleben: Frauen ist der eigene Partner oft zu langweilig, der Sex zu eintönig, zu kurz, zu schnell, zu wenig abwechslungsreich
  2. Emotionale Nähe zum Partner fehlt: Frauen wünschen sich oft mehr Nähe zum Partner, mehr Einfühlungsvermögen, mehr Verständnis und mehr Zuhören
  3. Rachegelüste: Frauen, die betrogen worden sind, suchen häufig selbst einen Seitensprung
  4. Selbstbestätigung einholen: Frauen, die vom eigenen Partner zu wenig Anerkennung und Liebe erfahren, sondern nur noch im Haushalt und Tagesablauf funktionieren sollen, suchen sich Bestätigung für das Existieren als Frau und Sexualobjekt von außen

Seitensprung begangen – was nun? Beichten oder Schweigen?

Wer sich einmal zu einem Seitensprung hat hinreißen lassen, steht häufig vor der Frage, wie man damit am besten umgeht? Dem eigenen Partner den Vorgang beichten oder einfach totschweigen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal für alle Beziehungen beantworten, da es sehr von der Beziehung und der Emotionalität der Partner abhängt. Grundsätzlich ist ein Beichten des Seitensprungs vermutlich für viele Situationen die beste Variante, – aber nur dann, wenn er auch eindeutig und nachhaltig beendet worden ist. Aber auch in solchen Fällen muss man damit rechnen, dass der betrogene Partner einen verlässt. Manche Männer und Frauen können mit dem Wissen, betrogen worden zu sein, schlichtweg nicht leben. Gerade bei Frauen herrscht häufig ein Schmerz vor, dass die scheinbar heile Welt der Partnerschaft zerstört worden ist. Frauen und Männer können häufig nicht damit leben, gedemütigt worden zu sein, indem man hintergangen worden ist. Das Gefühl, körperlich und/oder sexuell nicht mehr attraktiv genug für den eigenen Partner gewesen zu sein, bleibt oft ein Leben lang.

Die Erkenntnis, dass auch der eigene Partner nur ein Mensch mit Fehlern und Schwächen ist, der auch einmal danebentreten kann und vielleicht aus „Gelegenheit macht Liebe“ schwach geworden ist, wird häufig von einem Gefühl von Schmerz übertüncht, der häufig zur Auflösung der Beziehung führt.

Wer das vermeiden möchte, kommt nicht umhin, den Seitensprung zu verschweigen, lebt aber ständig in der Angst, dass der Seitensprung irgendwann dem Partner begegnet und reinen Wein einschenkt. Sofern das nicht ausgeschlossen werden kann, ist es ratsam, den Seitensprung zu beichten und einzugestehen. Das macht dann nicht mehr erpressbar und man ganz beruhigt durch die Fußgängerzone laufen – ohne die Angst zu haben, dass zufällig der ehemalige Seitensprung um die Ecke kommt und den Partner zur Seite nimmt.

Anmerkung: Seitensprung männlich wie weiblich: Im obigen Text wurde teilweise aus Gründen der Lesefreundlichkeit darauf verzichtet, die männliche und weibliche Form zu verwenden. Tatsächlich gibt es Seitensprung und Untreue bei Männern und Frauen, wenngleich statistisch Männer häufiger dazu neigen, einen Seitensprung zu begehen.

 

Homeoffice, was darf die Geschäftsleitung wissen und was nicht?

Darf man Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Homeoffice überwachen?

Homeoffice Arbeitsplätze sind für ein Unternehmen oftmals günstig, da man in der Firma nicht ständig ein Büro oder Arbeitsplatz für den Mitarbeiter vorhalten muss. Der Mitarbeiter kann auch nicht zu spät kommen, weil er ja keinen Weg zur Arbeitsstätte hat. Allerdings haben Homeoffice Arbeitsplätze auch zwei wesentliche Nachteile:

  • Der Informationsaustausch mit Kollegen ist oft deutlich schwieriger
  • Während manche Mitarbeiter im Homeoffice dazu neigen, sogar mehr zu arbeiten, nutzen andere die Abwesenheit von Vorgesetzten, um während der eigentlichen Arbeitszeit auch Freizeitaktivitäten zu vollziehen, die sie sich als Arbeitszeit bezahlen lassen

Gerade wegen des letzten Punktes wächst der Wunsch in vielen Unternehmen, die Mitarbeit im Homeoffice auch zu überwachen und damit sicherzustellen, dass der Mitarbeiter auch tatsächlich für die Firma arbeitet. Durch bloßes Anrufen ist dies im Zeitalter von Anrufweiterschaltungen schon lange nicht mehr überprüfbar. Eine Telefonanruf im Homeoffice kann über Anrufweiterschaltung auch an den Strand eines Urlaubsressorts weitergeleitet werden und niemand bemerkt etwas.

Was kann man also tun, um die Mitarbeit im Homeoffice zu überwachen? Was darf man aus rechtlicher Sicht? Womit müssen Mitarbeiter bei der Überwachung im Homeoffice leben und was ist verboten? Wo sind rechtliche Grauzonen und welche Methoden gibt es, Mitarbeiter zu überprüfen?

Detekteien werden regelmäßig mit solchen Homeoffice Überprüfungen betraut, weil es aus Sicht der Firma auch gerecht ist, wenn alle Mitarbeiter für die Arbeit bezahlt werden und dafür auch arbeiten und nicht die, die wirklich arbeiten, für die anderen, die im Straßencafé sitzen, mitarbeiten müssen.

Darf man die Mitarbeiter mit Keyloggern im Homeoffice überwachen?

Einige Firmenchefs wollen am liebsten die Mitarbeiter mit sogenannten Keyloggern überwachen. Das sind kleine Programme, die genau erfassen, welche Daten der Mitarbeiter am heimischen PC oder Notebook eingibt. So kann auch erfasst werden, in welchen Zeiträumen der Mitarbeiter überhaupt seine Tastatur benutzt.
Solche Keylogger kann man durchaus einsetzen, aber nicht ohne Zustimmung des Mitarbeiters selbst. Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 27.7.2017 (2 AZR 681/16) entschieden, dass eine verdeckte Überwachung mit einem Keylogger unzulässig nach § 32 Abs. 1 BDSG ist. Eine Ausnahme, die eine verdeckte Überwachung ohne Zustimmung des Mitarbeiters zulassen würde, wäre ein konkret begründeter Verdacht auf Straftaten des Mitarbeiters.

Hier reicht aber ein bloßer Verdacht nicht aus. Will man den Mitarbeiter mit einem Keylogger überwachen, wird man bei Vorhandensein eines Betriebsrats diesen vorher mindestens informieren müssen.

Darf man den Firmenwagen mit einer GPS Ortung versehen?

Viele Firmen setzen GPS Ortungstechnik in den Firmenfahrzeugen ein, z.B.

  • Um Strecken besser planen zu können
  • Um das Fahrzeug vor Diebstahl zu schützen
  • Um die Sicherheit des Mitarbeiters zu gewährleisten

Eine solche GPS-Ortung kann erlaubt sein, wenn sie sachlich gerechtfertigt ist, um z.B. Strecken besser zu planen oder den Mitarbeiter selbst zu schützen (z.B. bei Geldtransportern oder Taxen). Der Mitarbeiter, den man überwacht, muss aber darüber im Vorfeld informiert werden. Eine vorherige Information kann unterbleiben, wenn der begründete Verdacht besteht, dass der Mitarbeiter Straftaten begeht oder begangen hat oder sonstige erhebliche Vertragsverletzungen vorliegen. Der bloße Verdacht darauf reicht auch hier nicht: Es müssen konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen.

Trick: Firmen-PC zur Verfügung stellen und private Nutzung ausschließen

Wer seinen Mitarbeitern einen Firmen-PC zur Verfügung stellt und die private Nutzung vertraglich ausschließt, darf diesen PC auch überwachen, dies kann z.B. geschehen durch:

  • Spionage Software, die alle 5 Minuten einen Screenshot vom Bildschirm anfertigt und speichert
  • Speicherung des Browserverlaufs, in welchem gespeichert wird, wann welche Seiten aufgerufen worden sind

Wenn man solche Maßnahmen ergreift, sollte man aber per Arbeitsvertrag oder mindestens per Dienstanweisung die private Nutzung des Rechners und des Internets ausdrücklich untersagt haben, ansonsten könnte man sich z.B. einer Verletzung des Fernmeldegeheimnisses schuldig machen. Die Mitarbeiterüberwachung ist in §88 Telekommunikationsgesetz geregelt.

Wer einen Betriebsrat in der Firma hat, hat es allerdings etwas schwerer, wenn nicht tariflich oder gesetzlich etwas anderes bestimmt ist. Der Betriebsrat hat nämlich das Recht vor der Einleitung von Mitarbeiterüberwachungen darüber informiert zu werden. Dies ist in §87 Abs. 6 Betriebsverfassungsgesetz geregelt.

Was passiert eigentlich, wenn ich als Chef illegal die Mitarbeiter überwache?

Wer absichtlich personenbezogene Daten über die Mitarbeiter aufzeichnet und speichert, kann für diese Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen bis 300.000 Euro belegt werden. Theoretisch wären auch Freiheitsstrafen denkbar.

Mitarbeiter könnten wegen nicht erlaubter Videoüberwachung auch Schmerzensgeld wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte einfordern. Dies trifft auf Fälle zu, in denen die Videoüberwachung nicht erlaubt ist und dennoch vorsätzlich ohne Wissen des Mitarbeiters vollzogen wurde.

Wer zusätzlich zu Bildern auch noch Ton aufzeichnet, könnte sich einer Straftat schuldig gemacht haben, wenn die Vertraulichkeit des Worts verletzt wird.

Gilt eigentlich das Arbeitszeitgesetz auch zuhause im Home Office
Ja, auch wenn man zuhause im Home Office arbeitet , gilt das Arbeitszeitgesetz. Mitarbeiter sollen also nicht länger als 8 Stunden am Tag arbeiten – von Ausnahmen abgesehen. So kann z.B. die tägliche Arbeitszeit auf bis zu 10 Stunden ausgedehnt werden, muss dann aber innerhalb der nächsten 6 Monate ausgeglichen werden. Den Arbeitgeber treffen Dokumentationspflichten auch für die Arbeit des Angestellten im Homeoffice.

Pausenzeiten im Homeoffice

Auch wer im Homeoffice arbeitet, hat Anspruch auf Pausen. Wer mehr als 6 Stunden arbeitet, hat Anspruch auf 30 Minuten Pause. Wer täglich mehr als 9 Stunden arbeitet, hat Anspruch aus insgesamt 45 Minuten Pause. Auch müssen zwischen Arbeitsende und nächstem Arbeitsbeginn mindestens 11 Stunden liegen, – hier sind aber Ausnahmen möglich.

Darf der Arbeitgeber einfach so ins Home Office?

Manch Arbeitgeber hat Freude daran, seine Mitarbeiter zuhause unangekündigt zu besuchen, um zu überprüfen, ob und wie der Mitarbeiter auch tatsächlich im Homeoffice arbeitet. Formal begründet das der Arbeitgeber häufig mit der Verpflichtung des Arbeitgebers, auch im Home Office die Arbeitsschutzvorschriften einhalten zu müssen. Es gibt aber keine rechtliche Verpflichtung des Angestellten, den Arbeitgeber überhaupt in die Wohnung hineinzulassen. Daher sollte man in einer Home-Office-Vereinbarung das Zutrittsrecht zur Wohnung des Arbeitnehmers ausdrücklich regeln – unter Nennung von:

  • Zutrittsgründen
  • Zutrittszeiten
  • Zutrittshäufigkeiten

Dürfen Detekteien Mitarbeiter im Homeoffice überwachen?

Das Bundesdatenschutzgesetz erlaubt in §26 Abs.1 ausdrücklich auch Überwachungen durch Detekteien zur Gewinnung von Beweismitteln einer Pflichtverletzung. Und zwar immer dann, wenn konkrete Verdachtsmomente eines Arbeitszeitbetrugs vorhanden sind.

Dies könnte z.B. der Fall sein, wenn der Mitarbeiter im Homeoffice:

  • Öfter oder dauernd im Homeoffice zu vereinbarten Arbeitszeiten nicht erreichbar ist
  • Eine stark verminderte Produktivität auftritt, die auf mangelnden Arbeitseinsatz schließen lässt
  • Hinweise anderer Kollegen oder Dritter auf Freizeit- oder andere arbeitsfremde Aktivitäten während der Arbeitszeit vorliegen

Wenn man also mehrmals zu unterschiedlichen Arbeitszeiten im Homeoffice anruft und dort meldet sich niemand und das kann seitens des Arbeitnehmers auch nicht schlüssig erklärt werden, könnte ein Einsatz einer Detektei ebenso gerechtfertigt sein wie für den Fall, dass ansonsten übliche Videotelefonate häufig abgelehnt werden (weil dann auffallen würde, dass der Mitarbeiter gar nicht im Büro ist).

In §26 BDSG heißt es ausdrücklich:

Personenbezogene Daten von Beschäftigten dürfen für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses verarbeitet werden, wenn dies für die Entscheidung über die Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses oder nach Begründung des Beschäftigungsverhältnisses für dessen Durchführung oder Beendigung oder zur Ausübung oder Erfüllung der sich aus einem Gesetz oder einem Tarifvertrag, einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung (Kollektivvereinbarung) ergebenden Rechte und Pflichten der Interessenvertretung der Beschäftigten erforderlich ist.

Zur Aufdeckung von Straftaten dürfen personenbezogene Daten von Beschäftigten nur dann verarbeitet werden, wenn zu dokumentierende tatsächliche Anhaltspunkte den Verdacht begründen, dass die betroffene Person im Beschäftigungsverhältnis eine Straftat begangen hat, die Verarbeitung zur Aufdeckung erforderlich ist und das schutzwürdige Interesse der oder des Beschäftigten an dem Ausschluss der Verarbeitung nicht überwiegt, insbesondere Art und Ausmaß im Hinblick auf den Anlass nicht unverhältnismäßig sind.

Praktisch bedeutet dies, dass der Mitarbeiter dann durch eine Detektei überwacht werden darf, wenn es Anhaltspunkte für gravierende Verstöße gibt. Dazu gehört nicht ein einmaliger Verstoß oder ein um wenige Minuten nach hinten gelegter Arbeitsbeginn, sondern Hinweise auf regelmäßiges oder gravierendes Fehlverhalten.

Die meisten Home Office Arbeiter sind im Home Office sogar produktiver als im Büro und arbeiten sogar mehr als im Firmenbüro. Umso wichtiger ist es manchen Personalchefs, keine Ungerechtigkeiten durch diejenigen aufkommen zu lassen, die meinen Vertrauen in sie enttäuschen zu müssen.

Detekteien werden vor allen Dingen im öffentlichen Raum tätig

Detekteien werden vor allen Dingen im öffentlich zugängigen Raum tätig, d.h. überwachen z.B., wenn der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit das Haus verlässt, um z.B. Tennis zu spielen oder sich mit Freunden im Café trifft. Auch privates Rasenmähen vor dem Haus könnte ebenso dokumentiert werden wie das Abholen der Kinder aus dem Kindergarten oder das Gassigehen mit dem Hund. Wer sich vom Arbeitgeber 8 Stunden Arbeit bezahlen lässt, aber 2 Stunden davon am Tag privat verbringt, betrügt im Prinzip seinen Arbeitgeber, der ein Recht auf Vertragserfüllung und Aufklärung hat.

Schwieriger ist rechtlich die Aufklärung im privaten Bereich, wie z.B. innerhalb der Wohnung. Hier dürfen Detekteien im Regelfall keine Video- und Tonaufnahmen tätigen.

Arbeitgeber haben im Regelfall vor Homeoffice-Überwachung durch Detektei einen Verdacht

Kaum ein Arbeitgeber will stichprobenhaft durch eine Detektei alle Angestellten im Homeoffice überwachen lassen. Dies wäre nicht nur gesetzlich verboten, sondern auch aus Kostengründen ineffizient. Bei fast allen Überprüfungen durch Detekteien im Bereich Homeoffice ist der Betrugsverdacht des Arbeitgebers so groß, dass er sich durch die Detektei in der Folge auch bestätigen lässt. Der Vorteil ist: In solchen Fällen kann die Detektei gerichtsfeste Beweise liefern, die auch vor Gericht verwertbar sind, da der Arbeitgeber ein legitimes Interesse und einen begründeten Verdacht beweisen kann.

Bei Detektiveinsätzen zur Überprüfung von Homeoffice Angestellten ist beispielsweise in der Vergangenheit aufgefallen:

  • Eigentlich aus gesundheitlichen Gründen in Quarantäne befindlicher Mitarbeiter war im Café und Baumarkt
  • Mitarbeiter, der im Homeoffice arbeiten sollte, war im Ferienhaus im anderen Land
  • Mitarbeiter, der im Home Office arbeiten sollte, arbeitete nachmittags im 450-Euro-Job
  • Mitarbeiter war statt im Homeoffice auf dem Sportplatz
  • Mitarbeiter nutzte eigentliche Homeoffice-Zeit zu Vorstellungsgesprächen bei anderen Firmen

Alle solche Verfehlungen können durch eine Detektei gerichtssicher dokumentiert werden, sodass auch arbeitsrechtliche Konsequenzen – bis hin zur Kündigung – rechtssicher erfolgen können.

Welche Tracking-Programme gibt es für die Home Office Angestellten?

Am Markt ist eine Vielzahl von Tracking-Programmen erhältlich, die die Aktivitäten von Angestellten im Home Office Verhältnis speichern sollen. Besonders beliebt sind Programme wie:

  • Activ Trak
  • Timedoctor
  • Hubstaff
  • Sneek
  • Enaibe

Der Einsatz solcher Programme ist vor allen Dingen in den USA sehr beliebt, dort werden solche Programme auch von großen Unternehmen, wie z.B. Banken benutzt. In Deutschland ist jedoch eine durchgehende Überwachung aller Angestellten per Videokamera – von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B. Bankkassierer, Juweliere, Geldbearbeitungsfirmen etc.) – unzulässig und überdies mit dem Betriebsrat auch vorher abzustimmen.

Allerdings wird hier häufig in Deutschland nach dem Motto „Wo kein Kläger, da auch kein Richter“ gehandelt und Arbeitgeber vereinbaren mit den Arbeitnehmern die Installation solcher Systeme.

Manchmal wissen die Angestellten gar nicht, was die Programme alles dokumentieren.

So schießt z.B. Timedoctor über die Webcam alle 10 Minuten ein Foto vom Mitarbeiter vor dem PC. Das macht zwischenzeitliche Ausflüge an den Baggersee etwas schwierig.

Sneek zeigt alle Home Office Mitarbeiter auf einem Schirm

Besonders beliebt bei einigen Arbeitgebern ist die Software von Sneek, die dem Chef im Büro auf einem Schirm alle Mitarbeiter gleichzeitig am Homeoffice Arbeitsplatz zeigt und dies alle paar Minuten updatet. Wessen Platz am Schirm länger leer bleibt, fällt sofort auf. Die Software kann man gratis testen und selbst die Proversion kostet nur 8,50 € im Monat – pro Mitarbeiter. Preiswerter kann man Mitarbeiter kaum überwachen. Die Modemarke Fred Perry nutzt diesen Dienst beispielsweise für ihre Mitarbeiter. Sneek gibt an, über 10.000 Kunden für die Software zu haben.

Versteht sich von selbst, dass die Betreiber solcher Software-Systeme die Programme nicht als Überwachung verstanden willen wollen, sondern dies als ideales Instrument sehen, den Zusammenhalt in Firmenteams auch im Home Office zu stärken.

Was ist Vertrauensarbeitszeit?

Sowohl im Home Office wie auch in Firmengebäuden setzen manche Firmen auf eine sogenannte Vertrauensarbeitszeit. Im Prinzip können bei dieser Regelung die Mitarbeiter arbeiten, wann sie wollen und Arbeitsbeginn und Arbeitsende frei festlegen. Die Arbeitszeit kann eigenverantwortlich geregelt werden. Die Arbeit muss nur gemacht werden.

Möglich ist, dass Kernarbeitszeiten festgelegt werden, zu denen man im Büro (oder Home Office) anwesend sein muss (z.B. für Meetings wichtig). Es muss bei einem Vertrauensarbeitszeitmodell auch nicht täglich 8 Stunden oder 1/5 der Wochenarbeitszeit gearbeitet werden. Der Arbeitgeber vertraut darauf, dass der Mitarbeiter mit diesem Vertrauensvorschuss vertrauensvoll umgeht. Die Erfahrung lehrt, dass dieses Modell, was besonders häufig bei besser bezahlten Mitarbeitern angewandt wird, sogar eher dazu führt, dass die Mitarbeiter länger als zu wenig arbeiten. Häufig wird dann noch in den Abendstunden länger gearbeitet. Oder auch am Wochenende.

Probleme bei der Vertrauenszeit:

  • Im Homeoffice gibt es keinen geregelten Feierabend, hier gibt es die Gefahr der häufigen Überstunden oder aber des übermäßigen Freizeit-Nehmens
  • Smartphone- und Notebook-Arbeiten und Antworten von unterwegs werden häufig nur unzureichend gewertet
  • Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, was bei einigen das Abschalten unmöglich macht. Damit werden Burnouts wahrscheinlicher
  • So positiv eine flexible Einteilung auch klingt: Viele Vorgänge sind von Abstimmungsprozessen mit Kollegen abhängig und diese sind im Zweifel abends um 22 Uhr nicht mehr zu erreichen

Voraussetzung, damit eine Überwachung im Home Office überhaupt Sinn macht

Damit eine Überwachung der Angestellten im Home Office überhaupt Sinn macht, sollte mit dem Angestellten eine Home Office Vereinbarung geschlossen werden. In dieser sollte vereinbart werden:

  • Firmen-PC und Firmen-Smartphone werden gestellt und sind nur und ausschließlich beruflich zu nutzen. Dies ermöglicht eine Überwachung des Geräts und Auswertung des Browsers und Userverhaltens
  • Es sollten Reaktionszeiten festgelegt werden, innerhalb derer Anrufe oder Rückrufwünsche erledigt werden sollten. In bestimmten Kernzeiten sollte dies ein Zeitrahmen von max. 30 – 60 Minuten sein. Das verhindert in Kernzeiten den Freibadbesuch des Mitarbeiters, ermöglicht ihm aber ohne schlechtes Gewissen, den Müll rauszubringen.
  • Es sollten klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit gesetzt werden, z.B. „Arbeitszeit wird regelmäßig spätestens um 21 Uhr beendet…der Sonntag bleibt stets arbeitsfrei…“ oder ähnlich.
  •  Zutritt von Firmenchefs, Abteilungsleitern in die Wohnung sollte geregelt werden (Wie häufig und wie lange vorher angekündigt und in welchen Fällen, zu welchen Zwecken)
  • Mitarbeiter sollte sich einverstanden erklären mit der Installation bestimmter Software-Systeme

Warum sollten Chefs Ihre Mitarbeiter im Home Office überwachen?

  1. Manche Mitarbeiter können im Homeoffice nicht abschalten – hier sollten Chefs auch einschalten können, um den Mitarbeiter vor sich selbst zu schützen. Mitarbeiter brauchen auch Auszeiten, um sich zu erholen, sonst droht irgendwann der Totalausfall wegen Burnout.
  2.  Nicht alle Mitarbeiter sind für ein Homeoffice geeignet. Manche Mitarbeiter brauchen festere Strukturen und immer wieder zwischen Anweisungen und Korrekturen. Solche Mitarbeiter würden sich ohne ständiges Feedback sonst verlieren.
  3. Im Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten kommen immer wieder Informationen „informell“ ans Tageslicht, die in rein formellen Meetings oder Emails nicht übermittelt worden wären. Nichts ersetzt das persönliche Gespräch…
  4. Selbst-Management erfordert hohes Maß an Selbstorganisation. Das liegt nicht jedem. Hier brauchen Mitarbeiter manchmal Hilfestellung.
  5. Vereinbarungen und Zielvorgaben machen nur Sinn, wenn man die Einhaltung auch überprüft. Auch zwischendurch, um Leute, die sich auf falschen Wegen befinden, zurückzuholen.
  6.  Mitarbeiterleistung muss gemessen werden: Nur, wenn man weiß, wie lange ein Mitarbeiter an einem Projekt gesessen hat, kann man die Effektivität des Mitarbeiters beurteilen
  7. Mitarbeiter müssen geführt werden, auch wenn man im kollegialen Führungsstil führt. Wer nicht führt, verliert. Führung kann auch bedeuten „Laufen lassen“. Man muss nicht jeden Schritt beobachten, aber man muss einschreiten können, bevor es zu spät ist und sich jemand völlig verrennt. Da ist es gut, wenn man einen Überblick hat.
  8. Fürsorgepflicht: Arbeitgeber haben schon gesetzlich eine Fürsorgepflicht für die Arbeitnehmer. Habe ich die Arbeitnehmer im Blick, kann ich rechtzeitig einschreiten, wenn ich sehe, dass der Arbeitnehmer ein Problem hat

Was können Detekteien für den Arbeitgeber von Home Office Beschäftigten tun?

Einer der häufigsten Einsätze bei Home Office Angestellten ist sicher der Nachweis von Arbeitszeitbetrug. Dies ist bei meist sehr frei gestalteten Arbeitszeiten im Home Office nicht immer ganz einfach, aber möglich. Insbesondere dann, wenn über mehrere Tage eine Zielperson beobachtet wird. Dies erfolgt i.d.R. unauffällig und so, dass es der Betroffene nicht bemerkt. Gerade im Home Office Bereich gibt es häufig verbundene Tatbestände, die gleich mit ermittelt werden können:

  • Krankenkontrolle
  • Nachweis von Lohnfortzahlungsbetrug (Klassiker: Arbeitnehmer meldet sich krank, arbeitet aber woanders oder spielt Tennis)
  • Aufklärung von Untreue, Diebstahl, Unterschlagung
  • Korruption (z.B. bei Einkäufern durch Lieferanten)
  • Aufklärung von Datenklau
  • Verstöße gegen Wettbewerbsverbote
  • Nachweis von Schwarzarbeit
  • Nachweis von Nebentätigkeiten
  • Backgroundcheck zu Personen
  • Ehrlichkeitskontrollen
  • Forensische Sprachvergleiche z.B. bei anonymen Schreiben (Mitarbeiter schwärzt eigene Firma an)

8 von 10 Mitarbeitern schummeln bei den Arbeitszeiten

Die Erfahrung lehrt, dass häufig 8 von 10 Mitarbeitern bei der Arbeitszeit „schummeln“, wenn diese nicht mittels Zeiterfassungssystem genau erfasst wird. Und selbst dabei wird häufig noch geschummelt, indem Mitarbeiter für andere die Karten durch Geräte ziehen oder bei Pausen nicht ausgecheckt wird.

Pausen werden häufig zuhause nicht erfasst

Im Home Office werden häufig auch längere Arbeitspausen nicht erfasst, obwohl sie regelmäßig stattfinden. Niemand wird ernsthaft erwarten, dass der Mitarbeiter eine Pause vermerkt, wenn er dem Briefträger die Tür aufmacht. Aber wenn die Schwiegermutter zum Nachmittags-Café auf die Terrasse kommt man dort eine Stunde gemütlich zusammensitzt, wäre es unfair, dies als Arbeitszeit abzurechnen. So etwas kann eine Detektei erfassen und auch systematisch auswerten. Die Konsequenz daraus muss der Auftraggeber selbst ziehen.

Unauffälliges Auftreten ist wichtig

Ein unauffälliges Auftreten einer Detektei durch den Einsatz professionellen Personals und professioneller Technik ist wichtig, um weder die Atmosphäre bei einem falschen Verdacht zu vergiften noch den Mitarbeiter zu warnen.

Chronologisch exakte Berichte mit Beweiskraft

Chronologische Berichte mit Beweiskraft sind gerichtsverwertbar, wenn vorher ein begründeter Anfangsverdacht bestand. Das festigt ihre Rechtsposition und bewahrt vor langen Arbeitsgerichtsprozessen oder hohen Abfindungszahlungen. Wer seinen Arbeitgeber deutlich betrügt, kann i.d.R. auch fristlos ohne vorheriger Abmahnung entlassen werden. Dies gilt nicht, bei Arbeitszeit-Schummeleien im Minutenbereich, aber sicherlich beim Klassiker des Schwarzarbeitens woanders während der Arbeitszeit, des Sporttreibens während der Arbeitszeit oder bei Arbeiten, die sich üblicherweise mit einer Krankmeldung nicht vertragen.

Arbeitszeitbetrug ist auch im Home Office strafbar

Arbeitszeitbetrug ist nach § 263 Strafgesetzbuch (StGB) auch im Home Office strafbar. Dies gerichtsverwertbar nachzuweisen, ist nur unter Einhaltung hoher datenschutzrechtlicher Hürden und unter Beachtung von Vorgaben aus Gesetzgebung und Rechtsprechung möglich.

Damit der Mitarbeiter nicht die Verwertbarkeit von Beweisen anzweifeln kann, ist eine saubere Absprache zwischen dem Arbeitgeber und der Detektei, die Beweise liefern soll, erforderlich.

Gerichtsurteile zum Arbeitszeitbetrug

Arbeitsgerichte mussten sich noch nicht so häufig mit Arbeitszeitbetrug im Home Office auseinandersetzen, aber Arbeitszeitbetrug als solches wird relativ häufig vor Gericht verhandelt:

  • Grundsätzlich kann man einen Arbeitnehmer gar nicht zur Home Office Arbeit zwingen, urteilte das Landesarbeitsgericht Berlin (Az 17 SA 562/18). Der Arbeitgeber hat nicht automatisch ein Weisungsrecht, Telearbeit anzuordnen.
  • Wer auf dem Weg vom Home-Office zur Toilette stolpert, ist nicht gesetzlich unfallversichert, urteilte das Sozialgericht München (Az S. 40 U 227/18).
  • Wer als Arbeitnehmer seine Arbeitszeit entgegen einer Weisung des Arbeitgebers nicht sauber dokumentiert, kann fristlos gekündigt werden, entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland Pfalz in 2012 (Az 10 Sa 270/12). Sie hatte für einen Tag 6 Stunden Arbeit aufgeschrieben, an dem sie gar nicht für die Firma gearbeitet hatte
  • Das Bundesarbeitsgericht hielt eine fristlose Kündigung sogar im Falle einer Mitarbeiterin gerechtfertigt, die 135 Minuten zu viel an Arbeitszeit abrechnen wollte. Zeiten, in denen sie gar nicht gearbeitet hatte, fand man im Urteil aus 2011 (Az. 2 AZR 381/10)
  • Am Arbeitsgericht in Frankfurt war man noch härter: Ein Mitarbeiter, der tatsächlich 45 Minuten weniger arbeitete als er angegeben hatte, durfte fristlos gekündigt werden, – so das Urteil vom 27.8.2008 (ArbG Az. 7 CA 10063/07)
  • Wer ohne konkrete Anhaltspunkte observieren lässt und auffliegt, muss mit Schadenersatzklage des Observierten rechnen, so das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in 2017 (Az 5 SA 449/16). Dies zeigt, dass Observierungen durch eine Detektei dann angemessen sind, wenn es konkrete Anhaltspunkte für Arbeitszeitbetrug gibt. Eine lange andauernde Observation nur auf bloßen Verdacht kann zu Problemen führen. Zumindest dann, wenn die Detektei auffällt.
  • Andererseits müsse ein Arbeitnehmer sogar die Detektivkosten übernehmen, wenn sich ein zuvor gegebener Verdacht während einer Observation erhärten lässt. Eine fristlose Kündigung kassierte ein Arbeitnehmer, der eine Arbeitsunfähigkeit nur vortäuschte, – tatsächlich aber an anderer Stelle arbeitete und dabei von einer Detektei beobachtet wurde. Das Gericht hielt die fristlose Kündigung für rechtens und auch den Anspruch auf Ersatz der Detektivkosten. Entscheidend für diese Entscheidung war, dass bereits bei Beauftragung ein konkreter Verdacht bestand. (Bundesarbeitsgericht vom 26.9.2013 – Az 8 AZR 1026/12)

Obige Urteile zeigen eine eindeutige Tendenz:

Wegen Arbeitszeitbetrug kann man einen Mitarbeiter fristlos kündigen. Dies gilt nach dem Gesetz unabhängig davon, ob der Mitarbeiter in einem Home Office oder in einem Firmengebäude arbeitet.

Wenn man einen begründeten Verdacht hat, dass es bei der Aufzeichnung und Einhaltung der Arbeitszeiten zu Abweichungen von der Realität kommt, darf man sogar eine Detektei mit der Überprüfung beauftragen und im Falle des Nachweises muss der betroffene Arbeitnehmer u.U. sogar die Kosten der Detektei übernehmen.

Man darf allerdings nicht auf bloßen Verdacht in die Persönlichkeitsrechte eingreifen, indem man über lange Zeit jemanden observieren lässt und Aufzeichnungen anfertigen lässt, was dieser wann in der Freizeit macht.

Offene Kameraüberwachung am Arbeitsplatz: Selten erlaubt

Chefs, die auf die Idee kommen, ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz mittels einer offen sichtbaren Kamera (z.B. Webcam) fortlaufend zu überwachen, dürften sich schwertun, dies rechtlich auch durchzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist dies nur dann erlaubt, wenn man damit einen legitimen Zweck verfolgt. Dies kann z.B. die Diebstahlverhinderung im Einzelhandel sein. Solche Kameras dürfen aber nicht die Beschäftigten schikanieren oder unter Beobachtungsdruck setzen, urteilte das Bundesarbeitsgericht (BAG vom 14.12.2004 ABR 34/03). Da der legitime Zweck im Home Office faktisch fast immer fehlen dürfte, scheidet eine ständige Überwachung der Mitarbeiter durch eine Kamera am Home Office Arbeitsplatz regelmäßig aus.

Mit Einverständnis des Mitarbeiters wäre allenfalls eine Video-Konferenz-Software denkbar, die in regelmäßigen Abständen Fotos macht, – allerdings müsste sich auch da der Mitarbeiter vorher mit einverstanden erklären und sollte auch die (zumindest theoretische) Möglichkeit haben, die Frequenz selbst zu verändern oder sogar beobachtungsfreie Zeiten festzulegen. Wie das dann auf die Kollegen wirkt, ist eine andere Frage.

Versteckte Kameras im Home Office: gänzlich verboten

Wer auf die Idee kommt, versteckte Kameras im Home Offices des Mitarbeiters anzubringen: Das ist eine ganz schlechte Idee, weil dies gänzlich verboten ist. Hier wären allenfalls Konstrukte denkbar, dass ein konkreter Verdacht einer Straftat oder schweren Vertragsverletzung des Mitarbeiters am Arbeitsplatz besteht. An den Einsatz solcher Technik in der Wohnung des Arbeitnehmers sind aber deutlich schärfere Anforderungen als an einen Firmenarbeitsplatz zu stellen, sodass dies regelmäßig nicht in Frage kommen dürfte.

Mitarbeiter im Home Office an Ergebnissen messen

Am besten ist immer noch die Methode, die Mitarbeiter an Ergebnissen zu messen. Letztendlich ist es beim Mitarbeiter nicht entscheidend, wieviel Stunden oder Minuten er für die Firma arbeitet oder Buchstabentasten auf der Tastatur seines Firmenrechners drückt, sondern entscheidend ist, was hat er in der Zeit für die Firma geleistet? Wie produktiv war er? Welches Projekt hat er wie weit nach vorne gebracht? Welchen Auftragsberg hat er wie weit abgearbeitet?

Wer seine Mitarbeiter an den Ergebnissen misst und die Mitarbeiter motiviert, bessere und mehr Ergebnisse zu produzieren, wird letztendlich die motivierteren Mitarbeiter haben, die mehr für das Unternehmen tun, als die, die schlichtweg „ihre Zeit absitzen“.
Bei Home Office Mitarbeitern auf Sachbearbeiter Ebene lässt sich häufig die Anzahl an Vorgängen messen, die bearbeitet wurden. Bei anderen Mitarbeitern muss man den Projektfortschritt beobachten.
Aber in jedem Unternehmen – und in großen mehr als in kleinen – gibt es immer eine Reihe von Mitarbeiterin, die von anderen mitgeschleppt werden und sich auf der Arbeit anderer ausruhen und für sich selber den bequemsten Weg suchen. Dabei wird häufig der gute Wille des Arbeitgebers und mangelnde Kontrolle ausgenutzt. Bei solchen Mitarbeitern hilft nur regelmäßige Kontrolle und bei begründetem Verdacht auch weitergehende Maßnahmen. Ggf. auch mit Hilfe einer Detektei, wenn ausreichend Anhaltspunkte für einen Betrug vorliegen und Beweise von unabhängiger dritter Seite gesichert werden müssen.

DSGVO setzt enge Grenzen auch im Home Office

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) setzt auch im Home Office enge Grenzen, wenn man ohne rechtliche Grundlage und ohne hinreichenden Verdacht und ohne schriftliche Einwilligung den Arbeitsplatz überwachen will. Die DSGVO könnte sogar dazu führen, dass bei illegaler Überwachung der Mitarbeiter eine Strafe bis zur Höhe von 4% des Konzernumsatzes verhängt werden kann. Praktisch ist bislang noch kein Fall bekannt geworden, wo eine solche Strafe verhängt worden ist, aber theoretisch wäre das möglich. Das Mindeste, was man also tun sollte, wenn man die Mitarbeiter am Home Office Arbeitsplatz überwachen will (per Software), ist, dass man die Mitarbeiter schriftlich über den Einsatz solcher Software aufklärt und sich das unterschreiben lässt. Pfiffige Personalbüros verpacken das in einen Unterpunkt einer Homeoffice Vereinbarung, die auch die private Nutzung des Firmen-PCs ausschließt. Dann verletzt man auch kein Fernmeldegeheimnis, wenn man den Firmen-PC durchsieht.

Was nie per Video überwacht werden darf – auch nicht im Homeoffice

Es gibt einige Räume, die dürfen nicht per Video überwacht werden, auch nicht bei Verdacht auf eine Straftat:

  • Schlafräume
  • Pausenräume
  • Toiletten
  • Sanitäre Anlagen
  • Umkleideräume

Im Homeoffice dürfte auch die Überwachung von Räumen, in denen man damit rechnen muss, dass regelmäßig Familienmitglieder oder Besucher verkehren, untersagt sein, z.B. Flure, Dielen, Eingangsbereiche, Küchen etc.

Optimalerweise gibt es für das Homeoffice zuhause einen separaten Raum, der nur für die Home Office Arbeiten genutzt wird.

Das könnte auch schon aus Datenschutzgründen erforderlich sein. Wenn Kundendaten aus der Firma zuhause auf dem Küchentisch für jedermann einsichtig sind, dürfte dies die berechtigten Interessen des Kunden sonst verletzten.

Auch Kamera-Attrappen zur ständigen Home Office Überwachung sind verboten

Wenn es keinen rechtlich zulässigen Grund gibt, den Mitarbeiter ständig per Video zu überwachen, ist schon die bloße Installation einer Kamera-Attrappe unzulässig, weil sie den Mitarbeiter unter einen Beobachtungsdruck setzt.

Darf ich als Chef denn das Firmenhandy dauernd orten?

Während sich früher Mitarbeiter über das Zurverfügungstellen eins Firmen-Smartphones gefreut haben, erkennen heute viele Mitarbeiter, dass damit häufig auch die Erwartung verbunden ist, Email-Anfragen und Anfragen über Nachrichtendienste zeitnah zu beantworten und dies am liebsten rund um die Uhr. Einige Arbeitgeber kommen auf die Idee, das Firmenhandy ständig orten zu wollen, um zu wissen, wo der Mitarbeiter gerade ist. Solche Dienste sind häufig kostengünstig oder gar gratis. Allerdings muss man den Mitarbeiter darüber vorher aufklären und auch dann ist es nur erlaubt, wenn es dienstlich aus wichtigem Grund erforderlich ist. Z.B. zur Koordinierung von Personaleinsätzen bei Handwerkern oder Speditionsfahrten.

Eine dauerhafte Überwachung könnte aber unverhältnismäßig ins Persönlichkeitsrecht eingreifen. Gleiches gilt für das Anlegen und Speichern von Bewegungsprofilen. Wer die Standortbestimmung dazu benutzt, um die Leistung des Mitarbeiters zu beurteilen, könnte sich Ärger mit Datenschützern einhandeln.

Im Unternehmen sollte sichergestellt werden, dass solche Daten in regelmäßigen Zeitabschnitten zuverlässig gelöscht werden. Eine Löschung am Ende jeden Arbeitstages könnte diesbezüglich zweckmäßig sein.

Und was ist mit Telefonüberwachung im Homeoffice?

Telefonüberwachung der Mitarbeiter im Home Office ist ein ganz heikles Thema. Eine Überwachung von Gesprächsinhalten bei Telefonaten, die auch privater Natur sein könnten, ist gänzlich untersagt. Dies kann man dadurch umschiffen, dass man in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag private Telefonate über dienstliche Telefone gänzlich untersagt.

Aber: Bei einem Telefonat, welches man beim Mitarbeiter aufzeichnet oder überwacht, muss man ausnahmslos immer auch die Gegenseite (den Angerufenen oder Anrufer) vor Gesprächsbeginn darüber informieren, dass das Gespräch aufgezeichnet wird. Dies geschieht typischerweise über eine automatisierte Ansage („Dieses Gespräch kann zu Schulungszwecken aufgezeichnet werden“ o.ä.)
Nicht jeder Geschäftspartner wird dies auf Anhieb sympathisch finden.

Hier gilt – wie bei jeder technischen Überwachung von Mitarbeitern – natürlich auch, dass ein etwaiger Betriebsrat vor der Überwachung informiert werden muss und seine Zustimmung erteilen muss (§87 Abs. 6 Betriebsverfassungsgesetz).

Was leistet eine moderne Überwachungs-Software im Home Office?

Moderne Überwachungs-Software für Home Office Arbeitsplätze kann weitreichende Überwachungsfunktionen ausführen. Einer der Marktführer (ProtectCom) bietet beispielsweise:

  • Regelmäßige Bildschirmaufnahmen
  • Internetaufnahmen: Aufnahmen der aufgerufenen Webseiten
  • Keylogger nehmen alle Tastenanschläge auf – auch scheinbar unsichtbare
  • Programmaufnahmen: Dokumentation aller aufgerufenen Programme
  •  E-Mail-Alarmierung an Arbeitgeber bei bedenklichen Aktivitäten
  • Suchmaschinen-Aufzeichnung: Wann wurde was von wem im Internet gesucht
  • Zeitauswertung: Wer hat wie lange am PC gearbeitet
  • Systemvorgänge Speicherung: Wer hat welche Dateien geändert und was gedruckt
  • Aufnahmen zu bestimmten Zeiten oder bei bestimmten Nutzern
  • Aufnahme von Emails, Chats oder Facebook-Aktivitäten

Solche Software-Systeme verfügen im Regelfall über eine „Tarnfunktion“, sodass der normale User sie nicht findet. Nicht unter „Software“, nicht in der Systemsteuerung, sondern nur durch Drücken einer bestimmten Tastenkombination, die ihm aber nicht bekannt ist.

Die Verkäufer solcher Software wissen, dass der Einsatz solcher Software sehr effektiv, aber auf fremden PCs oder den PCs von Mitarbeitern rechtlich bedenklich ist. Eine solche Rundumüberwachung bietet zuverlässigen Schutz vor Betrug durch den Mitarbeiter, entspricht aber – auch mit Mitarbeitereinverständnis – kaum deutschem Recht, wenn tatsächlich jeder Tastendruck mitgeloggt wird.

Dennoch wird solche Software tausendfach genutzt. Im obigen Fall gibt der Hersteller an, über 50.000 zufriedene Kunden zu haben.
Hauptgründe, warum solche Überwachungssoftware im Home Office eingesetzt wird:

  • Verhinderung von Datendiebstahl: So wird zuverlässig verhindert, dass Mitarbeiter sich unbeobachtet, größere Datenmengen (Firmengeheimnisse, Kundendaten) herunterladen
  • Manipulationen / Löschungen unzufriedener Mitarbeiter können verhindert werden
  • Identitätsdiebstahl wird verhindert
  • Produktivitätsausfall durch private Nutzung von Facebook, Youtube, Amazon, Ebay und ähnlichen Diensten kann nachgewiesen und so mittelfristig verhindert werden
  • Datenverlust durch Herunterladen auf USB-Sticks, CDs o.ä. kann verhindert werden

Was kostet Überwachungssoftware für das Home Office?

Solche Softwarelösungen zur PC-überwachung kosten immer deutlich weniger als ansonsten ggf. auftretende Produktivitätsverluste durch privates Surfen der Mitarbeiter. Im Regelfall fallen monatliche Kosten von deutlich unter 100 Euro pro Mitarbeiter an.

Der Landesrechnungshof Berlin hat vor Jahren bereits einmal errechnet, dass allein in Berlin den einzelnen Bezirksämtern ein Schaden durch privates Surfen der Mitarbeiter in Höhe von 50 Millionen Euro entsteht. Man schätzte dort, dass 2/3 der Surfaktivitäten privater Natur seien.

Fazit Mitarbeiter Überwachung im Home Office

  1. Seine Mitarbeiter heimlich zu beobachten, ist ohne begründeten Verdacht fast immer verboten
  2. Wer einen begründeten Verdacht für schwere Verfehlungen oder strafbare Handlungen hat, darf auch zu heimlichen Beobachtungen greifen
  3. Der Einsatz von Überwachungssoftware kann sinnvoll sein, sollte aber dem Mitarbeiter zur Kenntnis gegeben werden.
  4. Der Einsatz von Privatdetektiven bei Verfehlungen kann sinnvoll sein, wenn man einen begründeten Verdacht und Anhaltspunkte für schwere Verfehlungen hat
  5. Unter Umständen müssen Arbeitnehmer sogar die Detektivkosten ersetzen, wenn der Arbeitgeber anders die Verfehlungen nicht gerichtsfest beweisen kann
  6. Unbegründete Verdachtsbeobachtungen sind selten legitim
  7. Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers und Datenschutzbelange müssen immer gegen die berechtigten Belange des Arbeitgebers abgewogen werden
  8.  „Schummeln“ bei der Arbeitszeit ist Betrug durch den Arbeitnehmer. Arbeitszeitbetrug ist auch strafbar und kein Kavaliersdelikt.
  9. Arbeitszeitbetrug durch Arbeitnehmer kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen
  10. Der beste Arbeitnehmer ist der, den man gar nicht erst überwachen muss, sondern im Home Office richtig aufblüht und mehr und besser arbeitet als im Firmenbüro.