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Berufsbild Detektiv / Informationen zum Beruf Privatdetektiv im Jahr 2021

Auch die Bundesagentur für Arbeit führt die Ausbildung zum Detektiv, zu dem man über verschiedene Bildungseinrichtungen gelangen kann. Das Berufsbild Detektiv ist vielfältig:

Die Aufgaben reichen von der Recherche im Sorge- oder Unterhaltsrechtsstreit bis hin zu Untersuchungen, die in Zivil- oder Strafrechtsprozessen eine Bedeutung haben.

Versicherungsbetrug aufzuklären gehört genauso zum Berufsbild des Detektivs wie Betrügern in Sachen Computerkriminalität auf die Schliche zu kommen. Detektive müssen gut darin sein, Recherche im Internet, am Telefon und auch in der Realität zu betreiben. Dabei können auch Befragungen oder Observationen eine Rolle spielen. Ebenso wie die Auswertung von -Spuren oder der Einsatz als verdeckter Ermittler. Einen guten Detektiv macht vor allen Dingen die Erfahrung aus zahlreichen ähnlichen Fällen aus, sodass neben Kursen und Ausbildungen an bestimmten Instituten die Praxiserfahrung und Ausbildung in einem bestehenden Detektivbüro eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Detektivarbeit ist.

Wo arbeitet man als Detektiv?

Typischerweise gibt es die folgenden klassischen Beschäftigungsmöglichkeiten für Detektive:

  • In einer Detektei / Ermittlungsbüro
  • Bei Sicherheitsdiensten / Wachdiensten
  • Im Einzelhandel
  • In Versicherungsunternehmen

Wo wird die praktische Tätigkeit ausgeübt?

Zur Detektivarbeit gehört immer auch die Recherche im Büro sowie vor Ort beim Kunden oder zu observierenden Objekt. Ladendetektive arbeiten überwiegend in Verkaufsräumen. Ansonsten findet ein Großteil der Arbeit häufig im Freien statt.

Welche Voraussetzungen sollte man als Detektiv erfüllen?

Formaljuristisch ist keine bestimmte Vorbildung als Voraussetzung definiert. Einige Bildungsanbieter setzten jedoch den Hauptschulabschluss voraus, andere sogar einen mittleren Bildungsabschluss und den Abschluss einer anerkannten Berufsausbildung, bevor man sich zum Detektiv weiterbildet.

Berufserfahrung in einem Detektivbüro ist unabdingbare Voraussetzung, um erfolgreich tätig zu sein. Bei Einstellungen werden häufig verlangt:

  • Führungszeugnis
  • Steuerliche Unbedenklichkeitserklärung
  • Sachkundeprüfung nach Gewerbeordnung
  • Fahrerlaubnis mindestens der Klasse B
  • Mindestalter 18

Mindestanforderungen für Detektivausbildung

Um Detektiv werden zu können, sollte man die folgenden Fähigkeiten haben:

  • Genaue Beobachtungsgabe
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentrationsfähigkeit und Durchhaltevermögen (z.B. für längere Observationen)
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • Verschwiegenheit
  • Kundenorientierung
  • körperliche Fitness

Welche Schulfächer sollten für eine Detektivausbildung gut sein?

Um erfolgreich Detektiv werden zu können, sollten die Noten in folgenden Schulfächern gut sein:

  • Deutsch (um z.B. Berichte abfassen zu können oder Gesprächskontakte ordentlich durchführen zu können)
  • Mathematik (um Detektiv-Arbeiten kalkulieren zu können und die Abrechnung ordentlich erstellen zu können)
  • Wirtschaftsrecht/Recht: Um Sachverhalte leichter juristisch einschätzen zu können

Verdienst in der Ausbildung zum Detektiv

Während der Ausbildung zum Detektiv muss man meist seine Ausbildung, bzw. Weiterbildung selbst bezahlen. Es fallen Kosten für Lehrgänge und Prüfungsgebühren an. Während der Aus- und Weiterbildungen erhält man meist keine Vergütungen. Wer ein Praktikum in einer Detektei macht, bekommt dies meist vergütet. Die Höhe der Vergütung ist Verhandlungssache und davon abhängig, wie sehr die Detektei der Praktikant bereits einsetzen kann.

Detektivausbildung staatlich anerkannt?

Natürlich sind bestimmte Ausbildungsgänge in der Praxis oder von der IHK anerkannt, aber die Ausbildung zum Detektiv ist in Deutschland kein gesetzlicher anerkannter Ausbildungsberuf, wie z.B. IHK-Prüfungen zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit. Es gibt aber z.B. Zertifikatslehrgänge zur Fachkraft Detektiv (IHK).

Jedwede theoretische Ausbildung zum Detektiv wird nur wertvoll, wenn man auch Praxiserfahrung vorweisen kann.

Welche großen Ausbildungsträger zum Detektiv gibt es in Deutschland?

Schon seit 1986 gibt es eine IHK-zertifizierte Ausbildung durch die Zentralausbildungsstelle für Detektive, kurz ZAD genannt. Die Ausbildung dort orientiert sich an den Bedürfnissen selbstständiger Detekteien.

Alternativ dazu gibt es auch Ausbildungslehrgänge bei der Sicherheitsakademie Berlin, die inhaltlich mehr die Bedürfnisse der Sicherheitsbranche abdeckt und damit für Sicherheitskräfte oder Kaufhausdetektive sicher zielführend ist.

Beide Ausbildungsinstitute:

  • ZAD – Zentralausbildungsstelle für Detektive
  • SAB – Sicherheitsakademie Berlin

stellen mit ihren Inhalten sicher, dass angehende Detektive mindestens Grundwissen für die Detektivarbeit erwerben und rechtliche Rahmenbedingungen erlernen.

Mit einer solchen Ausbildung allein ist es jedoch nicht getan, – die Ausbildung und die Lehrgänge müssen zweckmäßigerweise durch praktische Tätigkeiten in einer Detektei ergänzt und abgerundet werden. Ohne Praxis ist die Ausbildung zwar nicht wertlos, reicht aber nicht als Grundlage, um erfolgreich als Detektiv tätig zu sein.

Unterschiede bei der Detektivausbildung ZAD und Sicherheitsakademie

Die Ausbildung bei der ZAD und der Sicherheitsakademie zum Detektiv unterscheidet sich in der Praxis:

  • Bei der SAB erlernt man das Wissen in einem sechsmonatigen Kurs – eher schulmäßig im Präsenzunterreicht und kann so den Titel „Fachkraft Detektiv (IHK)“erreichen. Nach einer 7-Monatsausbildung kann man auch den Titel „Fachkraft Detektiv (IHK) mobil “erreichen. Letzteres schließt die Fahrerlaubnis der Klasse B (bis 3,5 t) ein.
  • Bei der ZAD gehört viel Selbststudium zum Lernen dazu. Das Wissen wird in sogenannten Studienbriefen vermittelt. Es gibt aber auch regelmäßige Prüfungen und mehrtägige Präsenzseminare. Bei der ZAD gibt es einen Intensivkurs zum Privatermittler mit einer Dauer von 10 Monaten und einen Kombikurs mit einer Dauer von 22 Monaten. Als Abschluss kann man bei der ZAD die folgenden Titel erreichen: „ZAD geprüfter Privatermittler / Detektiv“ oder „ZAD geprüfter Privatermittler / Detektiv – mit IHK-Zertifikat“.

Was kostet eine Detektivausbildung?

Bei der SAB (Sicherheitsakademie Berlin) muss man für den 6-Monats-Lehrgang mit rund 9000 Euro rechnen, die man selbst bezahlen muss. Nach dem Lehrgang hat man jedoch nur Grundwissen und noch keine praktische Erfahrung. Diese muss man sich unbedingt in einem Praktikum, bzw. praktischer Tätigkeit in einer Detektei aneignen.

Für einen 10-Monats-Lehrgang bei der ZAD, der überwiegend per Fernstudium absolviert wird, muss man mit rund 3.500 Euro rechnen, die in 10 Raten gezahlt werden können.

Unterbringungs- und Verpflegungskosten muss man bei der ZAD jedoch zusätzlich rechnen, z.B. für die Teilnahme an den Seminaren. Auch für IHK-Qualifikation werden zusätzliche Gebühren von rund 200 Euro erhoben.

Zusätzlich muss man auch mit Kosten für Literatur in dreistelliger Höhe rechnen.

Bin ich nach einer ZAD Ausbildung fertiger Detektiv?

Die häufig als Standard genannte ZAD Ausbildung zum Detektiv vermittelt nur das theoretische Grundwissen, welches die Basis für die Detektivarbeit darstellt. Allein mit der theoretischen Ausbildung bei der ZAD ist man noch kein guter Detektiv, auch wenn es Kollegen gibt, die den Mandanten das gerne so verkaufen wollen. Hier bedarf es unbedingt auch eine langjährige praktische Erfahrung und die bekommt man nur in einer guten Detektei in ausreichendem Maße. Indem man zusammen mit erfahrenen Detektiven Fälle übernimmt und löst. Dabei erfährt man aus der Praxis, welche Methoden sich bewährt haben und was man eher bleiben lassen sollte.

Die Theorie aus Lehrgängen und Lehrbüchern ist das eine, die praktische Erfahrung und Umsetzung ist das andere. Wer die Ausbildung theoretisch absolviert hat, wird dies bei einem Praxiseinsatz schnell merken. Nicht immer läuft alles so ab wie im Lehrbuch. Das Leben schreibt oft die spannendsten Geschichten und für den Detektivberuf gilt das erst recht.

In der Praxis stellt sich eine unauffällige Observation oder Verfolgung einer sich bewegenden Person dann doch oft eine viel größerer Herausforderung dar, als man dies aus dem Lehrbuch vermuten möchte. Hier helfen dann nur die Praxistipps erfahrener Kollegen, in welchen Situationen man sich wie verhält.

Mit der reinen Theorie aus Lehrbüchern oder Studienbriefen ist zwar eine gute Basis gelegt, aber die praktische Erfahrung ist eine noch viel wichtigere Komponente.

Muss man als Detektiv in Berufsverbände eintreten?

Wie in anderen Berufsgruppen auch, so gibt es auch für die Detektive einen Berufsverband, bzw. gleich mehrere. Manch Detektiv schmückt sich mit der Mitgliedschaft in einem Verband, um so bei potenziellen Kunden für einen seriösen Eindruck zu sorgen. Nur ein Bruchteil der in Deutschland aktiven Detektive sind in solchen Berufsverbänden organisiert. Die Mitgliedschaft allein ist kein ausreichendes Indiz für eine gute Detektei. Ebenso muss ein Detektiv, der nicht in einem der Berufsverbände für Detektive Mitglied ist, nicht schlecht sein.

Mit den Berufsverbänden für Detektive ist es wie mit den Elektriker-Innung: Es gibt dort gute und weniger gute Elektriker, die Mitglied sind. Die Mitgliedschaft allein sagt noch nichts über die Qualifikation des Detektivs aus.

Welche Verbände für Detektive gibt es?

Die großen Verbände für Detektive sind:

  • BDD – Bundesverband Deutscher Detektive e.V.: Dieser Verband ist aus dem Zusammenschluss von „Bund Deutscher Detektive“(seit 1950) und dem „Zentralverband der Auskunfteien und Detekteien“(ZV) im Jahr 1983 entstanden
  • BID – Bund Internationaler Detektive e.V. wurde 1960 gegründet und hat über 250 Mitglieder

Diese beiden oben genannten Organisationen haben im Februar 2019 einen Verschmelzungsvertrag befürwortet, der die beiden Verbände zum:

  • Bundesverband des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes e.V. (BuDEG)

verschmelzen lässt.

Daneben gibt es noch kleinere Organisationen wie z.B. den DDV, den Deutschen Detektiv Verband, in der aber nur wenige Detektive organisiert sind.

Weltweit sind viele Detektive überdies in der World Association of Detectives organisiert. Diese Vereinigung gilt weltweit als die größte Berufsvereinigung für Detektive.

Sind Ex-Polizisten oder Bundeswehr-Soldaten gute Detektive?

Manch ein Detektiv-Büro wirbt damit, dass der Geschäftsführer ein Ex-Polizist oder Ex-Bundeswehr-Soldat ist. Manch Kunde verbindet damit eine besondere Kompetenz. In der Praxis macht man jedoch häufig die Erfahrung, dass dies nicht zwanghaft der Fall sein muss.

Zunächst einmal muss man sich die Frage stellen, warum ist derjenige nicht mehr bei der Polizei oder bei der Bundeswehr? Ist er vielleicht wegen eines Vergehens ausgeschlossen worden oder war er wenig erfolgreich oder gar menschlich schwierig. Oder hat er tatsächlich den Beruf gewechselt, weil das Detektiv-Sein seine Passion ist?

Die Arbeit eines Detektivs erfordert Erfahrung im Detektiv-Bereich und eine gute Ausbildung. Wer bei der Bundeswehr Panzerjäger war, muss nicht unbedingt gut im verdeckten Ermitteln sein. Insoweit heißt „ehemaliger Bundeswehrsoldat “oder „Ex-Kripo-Beamter“ erst einmal gar nichts.

Der Ermittlungsansatz eines Detektivs unterscheidet sich oft gänzlich von dem eines Kriminalpolizisten, insoweit kann man nicht zwanghaft von einer früheren Tätigkeit bei Bundeswehr oder Polizei auf eine besondere Expertise in Sachen Detektivberuf schließen.

Das Gegenteil ist oft der Fall.

Sollte man die Detektiv-Ausbildung währen, wenn man Einzelgänger ist?

Wer Detektiv werden möchte, sollte sich das gut überlegen, wenn er es gewohnt ist, als Einzelgänger zu agieren. Erfolgreiche Detektivarbeit ist häufig das Ergebnis von Teamarbeit. Ein Detektiv im Alleingang schafft es häufig nicht, genug legale Beweise in einem Fall zu sammeln. Das betrifft nicht nur Verfolgungen, die natürlich schnell auffallen, wenn immer dieselbe Person hinter einem herfährt, sondern auch sonstige Ermittlungen. Häufig sind in der Praxis Zweier- oder Dreier-Teams im Einsatz. Einzelgänger werden bei der Detektivarbeit selten erfolgreich, hier ist Teamarbeit im Detektiv-Team gefragt.

Sherlock-Holmes-Typen nicht gefragt

Mit der Romanfigur Sherlock Holmes hat moderne Detektivarbeit nichts zu tun: Während Sherlock Holmes überwiegend als Einzelgänger unterwegs war, ist der moderne Detektiv mindestens zu zweit und gleichberechtigt unterwegs und muss sich absolut aufeinander verlassen können.

Viele Detektive verdienen einen Großteil des Geldes mit Observationen, – das wird fast immer im Team erledigt, – die Teamarbeit ist ganz entscheidend. Man muss vor Gericht nicht nur beweisen können, dass ein Täter ein bestimmtes Verhalten an den Tag gelegt hat, sondern man muss dies auch gerichtsfest und legal beweisen können. Das ist häufig nur im Team aus mehreren Detektiven möglich. Daher sind in der Ausbildung zum Detektiv wahre Teamplayer gefragt. Menschen die auch in Kooperation mit anderen aufgehen und gewohnt sind, sich aufeinander zu verlassen und miteinander zu arbeiten.

Ein guter Privatdetektiv bildet sich ständig weiter

Mit einer einmaligen Ausbildung zum Detektiv und etwas Praxis ist es nicht getan. Wer Detektiv werden will, sollte sich im Klaren sein, dass man sich auch nach absolvierter Ausbildung ständig weiterbilden muss. Ob dies rechtlichen oder im technischen Bereich ist: Ständige Weiterbildung wird einen Detektiv sein ganzes Leben begleiten.

Oft sind es rechtliche Rahmenbedingungen, die sich ändern. Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, ist sowohl die Lektüre von Fachzeitschriften wie auch das Besuchen von Seminaren und Weiterbildungsveranstaltungen zu empfehlen. Wer das nicht möchte, ist für den Beruf des Detektivs nicht geeignet.

Wer sich als Detektiv selbstständig machen möchte, sollte sich überdies auch ein wenig Knowhow im Internet und IT aneignen, nicht nur in Sachen Selbstvermarktung über eine Webseite, sondern auch für Ermittlungen in Sachen Cyber-Kriminalität, die heutzutage einen Teil der Aufträge ausmacht. Da hier die Technik und die Vorgehensweise von Tätern dem ständigen Wandel unterworfen ist, muss man bereit sein, auch dort immer auf der Höhe der Zeit zu sein.

Das geht zu einem Teil sicher autodidaktisch, erfordert aber auch hin und wieder den Besuch von Weiterbildungen, Seminaren etc.
Das Leben und Arbeiten als Detektiv ist ein einziges Immer-wieder-Dazulernen.

Erst aus der Kombination von Ausbildung, Erfahrung aus der Praxis und Weiterbildung wird ein guter Detektiv.

Partner und Kinder müssen Verständnis haben

Viele Detektive sind kinderlose Singles. Nicht, weil gute Detektive immer Eigenbrötler sind, sondern weil die Detektivarbeit viel Zeit kostet, die manchmal auch spontan und zu vielleicht eher unpassenden Zeiten nötig ist. Für nächtelange Beobachtungen oder Observationen am Wochenende muss ein Partner erst einmal Verständnis haben.

Wer als Detektiv kleine Kinder hat, muss wissen, dass die Kinder möglicherweise öfter zu kurz kommen, weil Papi arbeiten muss. Das sollte einem angehenden Detektiv klar sein. Der Beruf des Detektivs ist kein Beruf, den man von 9 Uhr bis 16 Uhr ausübt und dann sein Büro von außen abschließt, sondern teilweise sitzt man 10 Stunden im Auto und beobachtet etwas. Da kann man nicht zwischendurch die Kinder aus der Kita abholen oder den Wocheneinkauf machen. Für Partnerschaften kann der Beruf des Detektivs zur Belastung werden, wenn der Partner kein Verständnis für den Beruf hat.

Weil es keine geregelten Arbeitszeiten für erfolgreiche Detektive gibt, ist der Beruf nur bedingt für Personen mit kleinen Kindern geeignet.

Kann man sich den Beruf des Detektivs wie im Fernsehen vorstellen?

Im Fernsehen gibt es ja zahlreiche Serien, in denen Detektive die Leitfiguren darstellen. Mit der Realität hat das allerdings meist nichts zu tun. In fast allen Detektiv-Serien oder Filmen im Fernsehen werden unrealistische Szenen gezeigt, die es im echten Detektivleben so nicht geben würde. In den meisten Detektivserien werden innerhalb von 60 Minuten gleich mehrere Straftatbestände durch den Detektiv erfüllt und so mancher Beweis wäre gar nicht gerichtsverwertbar, da er nicht legal erworben worden wäre.

Die wahre Detektivarbeit ist häufig sowohl komplexer, aber auch subtiler. Neben viel Schreibtischarbeit kann es auch zur Detektivarbeit gehören, sich irgendwo mehrere Tage auf die Lauer zu legen, bis nach mehreren Tagen das vermutete Ereignis erst eintritt. Dabei kann man dann auch nicht im Sommer die Klimaanlage des Autos (und damit den Motor) laufen lassen, sondern muss sich absolut unauffällig verhalten. Ein aus dem Fenster ragendes Teleobjektiv – wie in manchen Filmen zu sehen – gehört schon einmal nicht zum unauffälligen Verhalten.

Viele Detektivarbeiten erfolgen im Verborgenen. Ein Detektiv ermittelt häufig so, dass es Betroffene gar nicht erst mitbekommen und lebt davon, dass möglich wenig Menschen sein Gesicht oder sein Auto kennen.

So würde ein Detektiv auch zur Verfolgungsfahrt nie ein auffälliges Fahrzeug benutzen, wie dies in Filmen manchmal zu sehen ist. Unauffälligkeit ist da gefragt.

Die Fernsehdetektive haben mit den realen Detektiven also meist nichts gemeinsam. Das sollte man wissen, bevor man sich zur Detektiv-Ausbildung entschließt.

Ein Praktikum bei einer Detektei– vor der Ausbildung – wird dies schnell aufzeigen.

Sind Kaufhausdetektive im Einzelhandel richtige Detektive?

In vielen Kaufhäusern und größeren Einzelhandelsgeschäften sind im Regelfall Detektive im Einsatz. Manchmal als Angestellte des Händlers, manchmal als externe Detektive, die zur Verhütung von Diebstählen eingesetzt werden. Viele Detektivbüros bieten diese Dienstleistung auch mit an.

Ein reiner Kaufhausdetektiv ist jedoch noch kein richtiger Privatdetektiv, der ein viel größeres Feld an Ermittlungen abdecken muss und demzufolge auch viel mehr Wissen vorhalten muss und entsprechende Erfahrung benötigt.

Für die Tätigkeit eines Kaufhausdetektivs reicht meist eine kurze Anlernphase, dann kann das nahezu jeder erlernen. Viele Kaufhausdetektive sind überdies noch nicht einmal sonderlich erfolgreich in dem, was sie tun, sondern werden von erfahrenen Dieben schnell bemerkt und umgangen.

Für die Tätigkeit des Kaufhausdetektivs reicht ein bisschen Menschenkenntnis und ein kleiner Grundlehrgang der Sackundeprüfung nach §34a der Gewerbeordnung, – mehr benötigt es eigentlich nicht. Die meisten Diebe im Einzelhandel wie z.B. Kaufhäusern erkennt man schon am Umschauen vor der Tat, ob wie wohl beobachtet werden und am ziellosen Umherschweifen im Kaufhaus, um die Lage zu sondieren. Selbst ein schlechter Kaufhausdetektiv erwischt so jeden Tag i.d.R. gleich mehrere Ladendiebe. Das sagt allerdings noch nichts darüber aus, wie viele Diebe er nicht erwischt hat.

Wer bisher „nur “Kaufhausdetektiv war und keine darüberhinausgehende Detektivausbildung oder -erfahrung hat, dem fehlen zu viele Kenntnisse, um erfolgreich als Privatdetektiv tätig zu werden, um z.B. bei Unterhaltsstreitigkeiten, Wettbewerbsverboten oder Lohnfortzahlungsbetrug zu ermitteln.

Was verdient ein Detektiv?

Was ein selbstständiger Detektiv verdient, hängt nicht nur davon ab, wieviel Aufträge er bekommt und welche Aufträge, sondern auch davon, in welchem Bundesland er tätig ist. Bei Befragungen von Detekteien in Deutschland hat sich gezeigt, dass die Honorarsätze von Bundesland zu Bundesland schwanken.

Der Bruttosatz, den ein selbstständiger Detektiv seinem Auftraggeber berechnet, verbleibt ihm natürlich nicht, denn davon sind auch die Kosten für das Büro, Marketing, technisches Gerät, Fahrzeuge, Steuern etc. zu bezahlen.
Der Bund Internationaler Detektive hat folgende Anhaltspunkte für 2014 veröffentlicht:

  • Stundenhonorar in der Woche von 8 bis 18 Uhr bis zu 120 Euro
  • Zuschläge für Nacht und Wochenende von 50%, für Feiertage von 150%

Häufig werden dazu noch weitere Kosten berechnet:

  • Einsatz von Pkw oder Sondereinsatzfahrzeugen, gefahrene km häufig mit 1,50 € pro km
  • Kfz-Bereitstellungspreise von 20 Euro/Stunde
  • Einsatzbedingte Spesen
  • Einsatzpauschalen für besonderes technisches Gerät von bis zu 300 Euro am Tag

Wer als Detektiv selbstständig arbeiten möchte, sollte wissen, dass ein Detektiv nur Geld verdient, wenn er Aufträge hat und wenn in der Mehrzahl der Fälle erfolgreich tätig wird. Nur dann wird er weiterempfohlen und Mund-zu-Mund-Propaganda ist die wichtigste Werbung für einen Detektiv. Ein zufriedener Kunde empfiehlt einen Detektiv meist gerne weiter, was zu Folgeaufträgen führt.

Detektiv-Stundensätze nach Bundesländern

Viele Detektivbüros orientieren sich bei den Stundensätzen an folgenden Richtwerten:

  • Baden-Württemberg: 70 – 125 Euro
  • Bayern: 70-125 Euro
  • Berlin: 55 bis 120 Euro
  • Brandenburg: 45 – 95 Euro
  • Bremen: 55 – 90 Euro
  • Hamburg: 60 – 120 Euro
  • Hessen: 75 – 130 Euro
  • Mecklenburg-Vorpommern: 50-110 Euro
  • Niedersachsen: 50-85 Euro
  • Nordrhein-Westfalen: 70 -120 Euro
  • Rheinland-Pfalz: 60 – 105 Euro
  • Saarland: 55-115 Euro
  • Sachsen: 45 – 95 Euro
  • Sachsen-Anhalt: 45 – 95 Euro
  • Schleswig-Holstein: 55 – 110 Euro
  • Thüringen: 50-95 Euro

In großen Städten liegen die Sätze i.d.R. am oberen Rand der angegebenen Spanne, – in kleineren Gemeinden eher am unteren Rand.

Wesentlich für die Gesamtrechnung ist jedoch, ob der jeweilige Detektiv noch weitere Kosten in Rechnung stellt und in welcher Höhe. Nur der reine Stundensatz ist bei einem Vergleich wenig aussagekräftig.

Es nützt auch der billigste Detektiv nichts, wenn seine Arbeit nicht zufriedenstellend ist.

Was verdient ein angestellter Detektiv?

Ein in einer Detektei angestellter Detektiv wird – je nach Ausbildung am Anfang zwischen 2000 und 2.500 Euro im Monat brutto verdienen. Ohne viel Erfahrung auch weniger. Mit viel Erfahrung auch mehr bis deutlich mehr. Das hängt von der Größe des Unternehmens und der Region ab.

Berufsaussichten für Detektive

In Deutschland arbeiten etwas mehr als 1000 Detektive, bzw. Detektivbüros als Privatdetektive und Wirtschaftsdetektive. Viele davon in kleinen, überschaubaren Strukturen. Ein guter Detektiv mit Referenzen wird schnell einen neuen Job bekommen. Ohne vernünftige Ausbildung ist es schwierig, einen Job als Detektiv zu bekommen.

Viele Detektive fangen als Kaufhausdetektive an, was allerdings meist wenig anspruchsvoll und wenig abwechslungsreich ist. Diese werden immer gesucht.

Bei größeren Detekteien sind gute Detektive mit guter Ausbildung und Erfahrung immer gefragt. Ermittelt wird immer und gute Ermittler sind gesucht.

Wer sich mit IT-Forensik und Observation gut auskennt, hat aktuell gute Chancen, eine Stelle zu ergattern.

Was lernt ein guter Detektiv während der Ausbildung in einer Detektei?

Ein Detektiv muss im Rahmen seiner Ausbildung insbesondere auch in den folgenden Bereichen geschult werden:

  • Ermittlungstechnik: Wie beschafft man sich über welche Methoden legal Informationen und Beweise? Wie erhält man Auskünfte und Informationen – ohne sich selbst strafbar zu machen?
  • Psychologische Grundlagen: Wie gewinnt man das Vertrauen des Gesprächspartners? Wie sind bestimmte Verhaltens- oder Bewegungsweisen zu deuten? Wie verhält man sich möglichst unauffällig?
  • Rechtliche Grundlagen: Welche Gesetze sind wichtig? Was muss unbedingt beachtet werden? Welche Gesetze darf man bei Ermittlungen nicht verletzen? Eine Einführung in Strafrecht, Persönlichkeitsrecht und natürlich auch das Grundgesetz
  • Observationsgrundlagen: Wie baut man eine gute Observation grundlegend auf und führt diese durch? Wie beschattet man jemanden, – ohne, dass dieser das merkt? Wo lauern Fallen?
  • Recherchetechnik: Wie bekommt man möglichst schnell und umfangreich die Informationen, die man braucht? Mit welchen Hilfsmitteln kann man dabei arbeiten?

Detektive sollten technik-affin sein

Der Beruf des Detektivs ist auch viel mit dem Einsatz von technischem Gerät verbunden, von der Webcam über bis hin zu Kameras, Sendern, Programmen und Aufnahmegeräten. Wer den Beruf des Detektivs ergreift, sollte daher eine Nähe zur Technik haben und mit dieser nicht auf dem Kriegsfuß stehen.

Da die Technik immer weiter fortschreitet, muss man auch gewillt sein, diesbezüglich stets auf der Höhe der Zeit zu sein.

Nur richtig bedientes hochwertiges technisches Equipment erbringt auch die gewünschten Leistungen. Im Zweifel kann man vor Ort niemanden fragen, sondern muss alles selbst bedienen können und Probleme selbst lösen können.

Was brauche ich, um mich als Detektiv selbstständig zu machen?

Wer sich als Detektiv selbstständig machen will, sollte vorher ausreichend Erfahrung in einer Angestelltenposition als Detektiv gesammelt haben – möglichst in verschiedenen Tätigkeitsbereichen. Eine gute Ausbildung und viel Praxiserfahrung beim Lösen von Fällen und Aufgaben ist eine Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen.

Um die anfängliche Durstzeit zu überbrücken, wenn noch nicht so viele Aufträge eingehen, sollte man über ausreichend Eigenkapital verfügen, um diese Zeit überbrücken zu können.

Auch sollte man weitere Team-Mitglieder haben, da man allein kaum erfolgreich arbeiten kann.

Bei der Stadt muss man ein Gewerbe anmelden, wofür man braucht:

  • Einwandfreies Führungszeugnis
  •  Gewerbeanmeldung
  • Unbedenklichkeitserklärung Finanzamt (keine Steuerschulden)

Man sollte sich allerdings nicht von den hohen Stundensätzen blenden lassen, denn meist muss man davon auch bezahlen:

  • Büro
  • Mitarbeiter
  • Ständige Weiterbildungen
  • Werbung
  • Fahrzeuge
  • Technik
  • Steuern

Am Anfang der Tätigkeit kämpfen viele Detektive um das Überleben, wenn Aufträge nicht in der Häufigkeit eingehen, wie man sich das gedacht hat. Ist man erst einmal eine Weile erfolgreich tätig, wird man meist weiterempfohlen und erhält mehr Aufträge. Das kann aber dauern.

Was sind typische Tätigkeitsfelder im Berufsbild Detektiv
Privatdetektive / Wirtschaftsdetektive haben immer wieder mit ähnlichen Fallkonstellationen zu tun und doch ist jeder Fall anders. Einige Themenbereiche sind aber wiederkehrend immer wieder Gegenstand von Aufträgen für Detektive. So z.B.:

  • Ermittlungen in Sachen Fremdgehen / Untreue
  • Ermittlungen in Sachen Kindesunterhalt
  • Ermittlungen in Sachen Sorgerecht
  • Ermittlungen zu verschwiegenen Tätigkeiten/Einkünften
  • Ermittlungen zu ungenehmigten Nebentätigkeiten
  • Ermittlungen zu Lohnfortzahlungsbetrug („Scheinkranke “)
  • Wohnungs- und Mietprobleme
  • Kautionsbetrug
  • Einbruchsermittlungen
  • Observationen
  • Mitarbeiterüberwachung
  • Diebstahl durch eigene Angestellte
  • Wirtschaftskriminalität
  • Verstoß gegen Wettbewerbsverbot
  • Bewerberprüfung
  • Arbeitszeitbetrug
  • Spesenbetrug
  • Erpressung durch Angestellte
  • Steuerbetrug
  • Schuldnerermittlungen
  • Mindestlohnbetrug
  • Üble Nachrede gegen Wettbewerber

Welche Zertifikate sind für einen Detektiv sinnvoll?

Richtig gute und erfahrene Detektive brauchen eigentlich gar kein Zertifikat, weil sie ihr Handwerkszeug beherrschen. Wer neu in die Branche will, dem schaden diverse Ausbildungen, bei denen man dann die entsprechenden Zertifikate erwerben kann, nicht. Wer z.B. bei der Sicherheitsakademie Berlin den Lehrgang zur Fachkraft Detektiv (IHK) absolviert, erreicht im Rahmen des Lehrgangs folgende Zertifikate:

  • IHK-Zertifikat „Fachkraft Detektiv“
  • IHK-Zertifikat Sachkunde gemäß § 34a GewO
  • Zertifikat „Gewerbliche Waffensachkunde gemäß § 7 WaffG
  • Zertifikat „Erste Hilfe“
  • Zertifikat „Brandschutz und Evakuierungshelfer “
  • Zertifikat „Interventionskraft nach VdS “
  • Zertifikat „Beauftragte Person als Aufzugswärter gemäß TRBS 3121“

Einen Teil dieser Bescheinigungen wird man eher brauchen, wenn man seinen Schwerpunkt mehr auf den Sicherheits- und Bewachungsbereich legt und nicht auf das eigentliche Ermittlungsgeschäft eines Detektivs. Wer als Kaufhausdetektiv arbeiten will, muss den Sachkundenachweis nach § 34a GewO nachweisen.

Das ZAD-Zertifikat „Geprüfter Privatermittler – mit IHK-Zertifikat“ ist sicher auch hilfreich, um bei einem Detektivbüro anzufangen oder es Kunden vorzeigen zu können. Das Erreichen der Zertifikate allein reicht allerdings nicht – die praktische Ausbildung in einem Betrieb muss ergänzend hinzukommen.

Tragen Detektive eine Waffe?

Die meisten Detektive erledigen die Arbeit mehr mit dem Kopf als mit einer Waffe. Bei einer Ermittlung benötigt man in der Regel auch keine Waffe. Die meisten Detektive, außer die vielleicht im Fernsehnen sind, daher ohne Waffe unterwegs, wenn es darum geht, Ermittlungen anzustellen oder Personen zu observieren.

Schon im Jahr 2009 hat das Verwaltungsgericht Stuttgart überdies entschieden, dass die bloße Tätigkeit als Detektiv keine Berechtigung für die Erteilung eines „Waffenscheins“ist. Die Berechtigung, in der Öffentlichkeit eine Waffe zu führen, sei bei einem Detektiv im Regelfall nicht häufiger gegeben, als bei dem Großteil der Bevölkerung und die Tätigkeit des Detektivs setze nicht das Führen einer Schusswaffe voraus, so das Gericht.

Tatsächlich gibt es auch im Regelfall nur wenig Anlass für Detektive, eine Waffe bei sich zu führen.

Wer also einen Job sucht, wie er wie im Wilden Westen um sich schießen kann, ist beim Berufsbild Detektiv definitiv falsch. Hier ist mehr Gehirnarbeit gefordert.

Detektive gehen selten auf Schwerverbrecherjagd, sondern sind häufig eher mit dem Sammeln von Beweisen beschäftigt, was zum Teil am PC, zum Teil durch Beobachtungen, Observationen oder Befragungen geschieht. Für all diese Recherchen braucht man üblicherweise auch keine Waffe.

Wo Detektive doch eine Waffe tragen dürfen

Wenn man als Detektiv im Personenschutz tätig ist oder z.B. auch Werttransport-Begleitung anbietet, dann gibt es die Möglichkeit, bei Behörden für diese Zwecke die Berechtigung zu beantragen, dabei eine Waffe tragen zu dürfen, wenn die Notwendigkeit und auch die Sachkunde nachgewiesen wird. Das ist aber eher ein Nebengebiet für Detektive.

Was sind gute Voraussetzungen für eine Bewerbung als Detektiv?

Wer sich in einem Detektivbüro bewirbt, bringt natürlich gute Voraussetzungen mit, wenn er bereits bei den beiden großen Anbietern ZAD oder SAB Lehrgänge zum zertifizierten Detektiv/Privatermittler absolviert hat. Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn folgende Eigenschaften bei einem angehenden Detektiv vorhanden sind:

  • Gute Kenntnisse in den einschlägigen Rechtsfragen
  • Redegewandtheit
  • Fähigkeit zum abstrakten Denken
  • Gute Analysierfähigkeit
  • Klare Ausdrucksweise in gutem Deutsch
  • Nach Möglichkeit gute Englisch-Kenntnisse
  • Kenntnisse aus dem Bereich Selbstverteidigung
  • Sportlich fit, BMI möglichst nicht über 30

Zahlt die Agentur für Arbeit eine Ausbildung zum Detektiv?
Die Agentur für Arbeit kann grundsätzlich die Ausbildungskosten zum Detektiv bezahlen, was z.B. Kurse/Seminare bei der ZAD zum Detektiv betrifft. Die Maßnahmen sind grundsätzlich zertifiziert nach dem Sozialgesetzbuch, sodass eine Förderung erfolgen kann.

Ob dies im Einzelfall auch von der Agentur für Arbeit finanziert wird, hängt immer vom Sachbearbeiter und den persönlichen Umständen ab. Die Agentur für Arbeit muss bei einer Förderung überzeugt sein,

  • dass man persönlich für den Beruf geeignet ist
  • dass nach der Ausbildung gute Chancen bestehen, einen Arbeitsplatz zu erhalten und somit aus deren Statistik zu fallen

Die Agentur für Arbeit kann bei entsprechend positiver Überzeugung einen Bildungsgutschein aushändigen und damit die Kosten für einen Lehrgang übernehmen.

Detektiv: Ein Meister in Deeskalation und Konfliktlösung

Ein Detektiv kann seine Arbeit meisten dann am besten erledigen, wenn ihn niemand kennt und erkennt. Wenn er unauffällig jemanden beobachtet oder jemandem folgt, – ohne aufzufallen. Manchmal gilt es auch Befragungen oder Recherchen unter Zuhilfenahme anderer Personen durchzuführen. Hier ist nicht nur Wortgewandtheit gefragt, sondern auch Deeskalation und Konfliktbewältigungspotential, wenn z.B. eine Tarnung auffliegt oder eine Verfolgung entdeckt wird. Es ist nicht gewünscht, aber manchmal sprechen einen Detektiv auch die verfolgten Personen an oder können sich auf den Schlips getreten fühlen. Dann muss es einem gelingen, möglichst elegant und ohne Komplikationen aus der Situation zu kommen – ohne, dass es eskaliert.

Aufteilung in Wirtschaftsdetektive und Privatdetektive

Bei großen Detektivbüros werden die Aufträge meist an spezielle Wirtschaftsdetektive oder Privatdetektive vergeben. Je nachdem, was gerade für wen zu ermitteln ist. Typischerweise ermitteln Wirtschaftsdetektive z.B. häufig in den folgenden Bereichen:

  • Schuldnerermittlung
  • Fahrzeugsicherstellung
  • Verleumdung
  • Forensik, Beweissicherung
  • Lauschabwehr in Firmen
  • Abwehr von GPS-Trackern
  • Adressermittlungen
  • Versicherungsbetrug
  • Unerlaubte Nebentätigkeiten
  • Stalking
  • Spesenbetrug
  • Urkundenfälschung
  • Mitarbeiterüberwachung
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Einschleusung von Mitarbeitern in Firmen
  • Risikoprüfung von Mitarbeitern/Firmenkontakten
  • Warenschwund im Unternehmen
  • Diebstahl
  • Bonitätsüberprüfung
  • Bewerberanalyse
  • Datendiebstahl
  • Arbeitszeitbetrug
  • Schwarzarbeit
  • Personenüberwachung
  • Sicherheitskonzepte für Firmen

Während Privatermittler häufig in den folgenden Fällen eingesetzt werden:

  • Sorgerechtsstreitigkeiten
  • Kindeswohlgefährdung
  • Verleumdung
  • Beweisfindung
  • Untreue/Seitensprung/Ehebruch/Fremdgehen
  • Unterhaltsansprüche
  • Mobbing/Stalking
  • Schriftgutachten/Urkundenfälschung
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Verschwiegenheit von Detektiven

Die Verschwiegenheit eines Detektivs ist sein Kapital. Im Rahmen von Ermittlungen werden ihm häufig schon bei Auftragserteilung Details bekannt, die geeignet sind, bestimmten Personen zu schaden. Der Detektiv hat dazu in seinem persönlichen Umfeld und gegenüber andere – außer dem Auftraggeber – zu schweigen. Er muss verschwiegen sein wie ein Grab und darf Geheimnisse – auch nicht unter dem Siegel der Verschwiegenheit – nicht weitererzählen.

Anvertrautes Wissen und Details sind nur zur Abwicklung des Auftrags und die erlangten Erkenntnisse dürfen nicht weiterverbreitet werden. Auch nicht zu Erpressungsversuchen gleich welcher Art.

Dies ist z.B. insbesondere dann wichtig, wenn von den Ermittlungsarbeiten prominente Persönlichkeiten betroffen sind. Hier wäre das erlangte Wissen sicher für Pressevertreter höchstinteressant, darf aber das Detektivbüro – nicht nur aus rechtlichen Gründen – nie verlassen. Die erlangten Erkenntnisse dürfen nur zur Auftragsabwicklung verwendet werden. Sie gehen nur den Auftraggeber etwas an und sonst niemanden.

Wer Dinge nicht für sich behalten kann, ist als Detektiv ungeeignet.

Gute Detektive arbeiten immer seriös

Damit Beweise vor Gericht verwendet werden können, müssen die Beweise auf legalem Weg gewonnen worden sein. Ein guter Detektiv wird also Beweise nicht durch einen Einbruch oder illegales Abhören gewinnen, sondern andere Techniken benutzen, um an legal verwertbare Beweise zu gelangen, die dann auch gerichtsfest sind. Es nützt nichts, etwas zu wissen oder Beweise für etwas zu haben, – man muss es im Zweifel auch gerichtsfest und unangreifbar beweisen können. Ein guter Detektiv weiß, wie man das anstellt. Er hat in seiner praktischen Ausbildung in einer Detektei und auch in Lehrgängen gelernt, wie man vorgeht, um auf legalem Weg Beweise zu sichern. Die ordnungsgemäße Dokumentation der Beweise und Ermittlungsergebnisse gehört mit zu der Tätigkeit eines Detektives. Schreibarbeit gehört also ebenso zum Beruf des Detektivs wie Observation und Ermittlung. Daher sind auch gute Deutsch-Kenntnisse in Wort und Schrift erforderlich.

In vielen Fällen werden Ermittlungsberichte vor Gericht verwertet, daher sollte diese nicht nur inhaltlich, sondern auch formal hohen Anforderungen genügen.

Woran erkennt man seriöse Detektive?

Der seriöse Detektiv nimmt sich bereits Zeit, wenn es um die Auftragsannahme geht. Nur so kann er überhaupt beurteilen, ob eine Ermittlung und seine Einschaltung Sinn macht und einen Ermittlungserfolg verspricht. Während des Einsatzes hält ein seriöser Detektiv seinen Auftraggeber auf dem Laufenden und verhält sich stets verbindlich und seriös. Er gibt weder übertriebene Versprechungen ab, die er nicht einhalten kann, noch verhält er sich auffällig in der Öffentlichkeit. Dazu gehört in der Regel, dass er sich mit seinem Auftraggeber nicht in der Öffentlichkeit sehen lässt.

Vertrauliche Angelegenheiten bleiben in einer seriösen Detektei auch vertraulich. Die Detektei eines seriösen Detektivs ist auch zu den üblichen Geschäftszeiten erreichbar oder meldet sich innerhalb kurzer Zeit zurück. Eine seriöse Detektei arbeitet rechtskonform und hält die Richtlinien des Datenschutzes ein. Die Wahrung der Persönlichkeitsrechte wird von gut ausgebildeten Detektiven ebenso wie der Verbraucherschutz beachtet. Eine seriöse Detektei sagt dem Mandanten auch bereits bei Auftragsannahme, wenn sie voraussichtlich nicht helfen kann und lässt so nicht unnötig Stunden auflaufen, – ohne, dass die Chance besteht, ein positives Ermittlungsergebnis zu erzielen.